Börsen Europa: 2013 werden die Kurse steigen

Börsen Europa: 2013 werden die Kurse steigen

Der Stoxx Europe 600 Index ist zum 11- fachen des erwarteten Gewinns bewertet, gegenüber dem 13-fachen vor Beginn der Finanzkrise, zeigen Bloomberg-Daten.

Obwohl die Region im abgelaufenen Quartal in eine Rezession abglitt, erwarten sieben von Bloomberg befragte Strategen im Durchschnitt ein Gewinnwachstum von fünf Prozent im nächsten Jahr. Die Aktienbenchmark dürfte gemäß dieser Prognose bis Ende 2013 rund zehn Prozent zulegen auf den höchsten Stand seit 2008.

Während Skeptiker argumentieren, dass Arbeitslosenquoten von 25 Prozent in Spanien und Griechenland gepaart mit Sparprogrammen in Frankreich und Italien die Erwartungen jeglichen Gewinnwachstums unrealistisch machen, sieht Graham Bishop von Exane BNP Paribas Bewertungen von 10 Prozent unter dem historischen Durchschnitt als Anzeichen dafür, dass Anleger zu pessimistisch sind.

Aktien gegenüber Anleihen auf historischem Bewertungstief

Verglichen mit Anleihen sind Aktien so tief bewertet wie noch nie. Hintergrund sind die Bemühungen der Europäischen Zentralbank, die Wirtschaft der Region anzukurbeln. Das stelle eine Gelegenheit dar für den Kauf von Aktien wie etwa Royal Dutch Shell Plc bis hin zum Discount-Händler Distribuidora Internacional de Alimentacion SA (Dia) in Madrid, sagt Daniel McCormack von Macquarie Group Ltd in Sydney.

Strategen unterschätzten die Kursgewinne im laufenden Jahr. Der Stoxx 600 Index hat seit Jahresbeginn rund elf Prozent zugelegt. Der Wert liegt über der Prognose von einem Wertzuwachs von 9,4 Prozent in einer Bloomberg-Umfrage von Dezember 2011. Im Jahr 2010 hatte der Index 8,6 Prozent zugelegt, im Jahr darauf verlor der Index elf Prozent.

Die Bewertungen sind aktuell so niedrig, dass sie nahelegen, Investoren erwarteten stagnierende Gewinne. Auf dem aktuellen Niveau müssten die Gewinne europäischer Gesellschaften 2013 unverändert bleiben, damit das Kurs-Gewinn-Verhältnis das Niveau vom 13-fachen der Gewinne erreicht - der Wert vor Beginn der Krise, zeigen die Daten von Bloomberg.

Risikoprämien in den Kursen schon drin

“Eingebaut in die gegenwärtigen Aktienbewertungen in Europa sind zusätzliche Risikoprämien, die wir großenteils der aktuellen Euro-Krise zuschreiben”, sagte Gareth Evans, dessen Prognose für einen Wertzuwachs von 23 Prozent bei Stoxx 600 im kommenden Jahr die zuversichtlichste ist. Wenn diese Risiken verschwänden, würde der Aufschlag frei werden und der Markt sich neu anpassen, führte Evans weiter aus.

Skeptiker sehen die Rezession im dritten Quartal mit Schrumpfung der Wirtschaft im Euroraum um 0,1 Prozent als Vorspiel für weitere Turbulenzen. Es ist die zweite Rezession in der Region in den vergangenen vier Jahren. Der Ausblick auf eine Eintrübung der Wirtschaft und politische Instabilität werde Aktien belasten, sagt Paul Jackson von Societe Generale. Seine Prognose eines Wertzuwachses von 1,7 Prozent bei europäischen Aktien 2013 ist der niedrigste Wert in der Gruppe der von Bloomberg befragten Analysten. Jackson geht von Kursrückgängen im ersten Halbjahr 2013 aus, ehe es gegen Ende des Jahres zu Käufen kommen dürfte. “Die langfristige Tragfähigkeit der griechischen Schulden ist alles andere als garantiert und eine Lösung zeichnet sich nicht ab”, sagte der Stratege in einem Interview am 21. November. “Wenn die Märkte nachgeben, wie wir es erwarten, würden wir eine zuversichtlichere Haltung einnehmen.”

Die Aktienbewertungen werden steigen, sagt Daniel McCormack und argumentiert, dass die Maßnahmen der EZB zur Belebung der Wirtschaft Anleger zwingen dürften, auf der Suche nach Rendite in Anlagen mit höherem Risiko umzuschichten. Die Europäische Zentralbank trage über die niedrigen Leitzinsen und die Rückendeckung für die schwächsten Volkswirtschaften in der Eurozone dazu bei, den relativen Wert von Aktienanlagen zu verbessern.

“Einer der Wege für die Notenbanken zur Stimulierung des Wachstums besteht darin, dass sie eine Umschichtung in den Portfolios der Anleger veranlassen, die höhere Renditen suchen”, sagte McCormack in einem Telefonat am 22. November. “Sie haben die Renditen auf Anlagen mit geringem Risiko zusammenschmelzen lassen und treiben Investoren ins Risiko. Aktien sind sehr günstig.”

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