BMW expandiert und baut ein Werk in Brasilien

BMW expandiert und baut ein Werk in Brasilien

"Wir sind auf einem positiven Weg und werden nun einen Investitionsplan bei der brasilianischen Regierung einreichen", sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

"Wir haben immer gesagt, dass wir bereit dazu sind, uns dort zu engagieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Jetzt gibt es klare Regularien." Der deutsche Autobauer werde innerhalb weniger Tage Pläne zum Bau einer Fabrik verkünden, sagte der brasilianische Handelsminister Fernando Pimentel am Donnerstag in einem Radiointerview.

Wie hoch die Investitionen sein werden und wie groß das neue Werk ausfallen wird, wollte BMW-Finanzchef Eichiner nicht verraten. "Darüber zu sprechen ist noch ein bisschen früh. Wir machen nun die nächsten Schritte." Über viele Details muss BMW noch mit der brasilianischen Politik verhandeln - etwa darüber, wo das neue Werk stehen wird. Die Münchner lassen dies derzeit offen. Zur Wahl stehen nach früheren Angaben aus dem Vorstand die Provinzen Sao Paulo und Santa Catarina.

Brasilien gilt als Hoffnungsmarkt in der Autoindustrie, auch wenn dort zuletzt mit weniger Wachstum gerechnet wurde. Eigentlich wollte BMW die Entscheidung über ein neues Werk in dem Schwellenland schon bis Jahresende 2011 treffen. Die Bayern legten ihre Pläne aber auf Eis, weil die Regierung des Landes die Vorgaben für ausländische Unternehmen änderte, etwa zum Anteil der lokalen Fertigung. BMW machte deutlich, dass der Konzern nur dann eine Fabrik in Brasilien bauen wird, wenn er ordentlich Geld verdienen kann. Während der Hängepartie mit der Politik wurde zudem gemunkelt, die Münchner könnten in Mexiko ein neues Werk hochziehen - wie Rivale Audi.

Mexiko "nicht endgültig vom Tisch"

Auf die Frage, ob die Überlegungen für einen BMW-Standort in Mexiko mit der Entscheidung für Brasilien beendet seien, antwortete Eichiner, Mexiko sei nicht endgültig vom Tisch. Dies hänge von Rahmenbedingungen wie Zöllen ab und davon, ob das Wachstum in den USA oder stärker außerhalb stattfinde. Aktuell bestehe kein Bedarf für ein Werk in Mexiko. BMW habe alle notwendigen Entscheidungen getroffen, um das geplante Wachstum in den nächsten vier, fünf Jahren darstellen zu können. Der Konzern habe ein zweites Werk in China aufgebaut, eine Investition in Südamerika stehe an. Mit Magna und NedCar gebe es externe Partner, die Produktion übernähmen, "so dass wir für die nächsten paar Jahre nicht schon wieder die Notwendigkeit sehen, ein weiteres Werk zu bauen."

Langfristig gelte nach wie vor die Strategie: Die Produktion folgt dem Markt. Entwickle sich die NAFTA-Region positiv weiter, kann sich Eichiner nach eigenen Worten durchaus ein Werk im NAFTA-Raum vorstellen. Auch in aufstrebenden Ländern wie Russland, Indien, Korea und der Türkei, die BMW mit Brasilien unter dem Kürzel BRIKT zusammenfasst, wird dem Finanzchef zufolge geprüft, ob die Größe des Premiumgeschäfts und höher werdende Barrieren für den Marktzugang lokale Fertigung nötig machen. Diese Fragen stelle sich BMW jedes Jahr. "Wir werden das Thema natürlich im Blick behalten."

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