BMW wird nach Rekordjahr leiser

BMW wird nach Rekordjahr leiser

"Angesichts hoher Aufwendungen für neue Technologien und Modelle sowie Investitionen in das Produktionsnetzwerk erwarten wir ein Konzernergebnis vor Steuern in der Größenordnung des Jahres 2012", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Dienstag in München.

Sein Finanzvorstand Friedrich Eichiner hatte im Dezember gesagt, BMW wolle "wenn es irgendwie möglich sein wird" 2013 auch mehr Geld verdienen.

Neben den Ausgaben für neue Technik, Modelle und Anlagen macht vor allem die anhaltende Autokrise in Europa den Münchnern Sorgen, aber auch die nach wie vor unsicheren Konjunkturaussichten für die Wachstumsmärkte in den Schwellenländern trüben die Zuversicht - nicht nur bei BMW.

Dabei geht es dem Oberklassenhersteller vor allem dank der Geschäfte in China oder den USA blendend. 2012 übertraf das bisherige Rekordjahr 2011: Unter dem Strich verdiente der Konzern 5,1 Milliarden Euro, ein Plus von 4 Prozent. Der Umsatz kletterte um 11,7 Prozent auf knapp 77 Milliarden Euro.

Vor allem hat BMW 2012 so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Weltweit lieferten die Münchner 1,845 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus. Das waren fast 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Zwei Millionen Autos

Bis 2016 will der Konzern 2 Millionen Autos absetzen, ein Ziel, das inzwischen auch früher erreichbar scheint. Um die Marke zu erreichen, müssten die Bayern ihren Absatz in diesen vier Jahren jährlich um rund 2 Prozent steigern - angesichts der Zuwachsraten der vergangenen Jahre eine überschaubare Herausforderung. Allerdings hält die Konzernführung bisher weiter am Ziel 2016 fest.

Große Wachstumsraten auf dem Automarkt China gehören BMW zufolge allerdings der Vergangenheit an. "Wir rechnen für das laufende Jahr mit Zuwächsen im hohen einstelligen Prozentbereich", sagte Vorstand Ian Robertson.

Seine führende Position vor den Rivalen Audi und Daimler will Konzernchef Reithofer halten. Die beiden Verfolger wollen beide bis 2020 allerdings an BMW vorbei. Bisher sehen die VW-Tochter und die schwächelnde Marke Mercedes-Benz allerdings nur die Rücklichter der Münchner.

Von diesem Erfolg profitiert Reithofer auch in seiner eigenen Brieftasche. Insgesamt verdiente der Manager 2012 gut 6,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von rund 7,6 Prozent, wie aus dem Geschäftsbericht des Konzerns hervorgeht. Das ist allerdings weniger, als die Chefs der größten Konkurrenten im vergangenen Jahr verdienten: Daimler-Chef Dieter Zetsche verdiente 2012 rund 8,2 Millionen Euro und VW-Konzernchef Martin Winterkorn kommt nach einem freiwilligen Gehaltsverzicht noch immer auf 14,5 Millionen Euro. Umgerechnet bekam Reithofer im vergangenen Jahr für jeden einzelnen Tag rund 18.100 Euro.

Insgesamt verdiente das inzwischen achtköpfige Vorstandsgremium des BMW-Konzerns knapp 31,4 Millionen Euro.

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