BMW rechnet noch mit mindestens fünf Jahren Krise in Europa

BMW rechnet noch mit mindestens fünf Jahren Krise in Europa

Die Autokrise in Europa nagt auch beim erfolgsverwöhnten Oberklasse-Konzern BMW am Gewinn.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres fuhren die Münchner einen Vorsteuergewinn von zwei Milliarden Euro ein, das sind 3,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist, aber mehr als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn schrumpfte um drei Prozent auf 1,312 Milliarden Euro. Rasche Besserung ist nicht in Sicht, wie Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag in München sagte: "Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Monaten gerade in vielen europäischen Märkten keinen Rückenwind haben werden und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben."

BMW konnte wie die Konkurrenten Audi und Mercedes bislang Rückgänge in Europa locker in den wachsenden Automärkten China und USA wettmachen. Alle drei Hersteller vermeldeten zuletzt Absatzrekorde. Die Münchner verkauften im Startquartal rund um den Globus 448.200 Fahrzeuge ihrer drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, das ist ein Plus von 5,3 Prozent. Doch die Dauerkrise in Europa macht auch den Oberklasse-Konzernen immer stärker zu schaffen, denn auf dem Heimatkontinent verkaufen sie rund die Hälfte ihrer Wagen.

Bei BMW brach im Kernsegment Automobile das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal um 15,9 Prozent auf 1,582 Milliarden Euro ein. Die Kosten für neue Technologien seien hoch, und der Wettbewerb hart, argumentierte BMW. Der Umsatz ging im Hauptsegment um 1,6 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zurück. Die operative Rendite belief sich auf 9,9 Prozent. Damit lag BMW hinter der Ingolstädter VW-Tochter Audi, die in den ersten drei Monaten auf 11,1 Prozent kam. Die Oberklasse-Marke Mercedes aus dem Hause Daimler landete mit 3,3 Prozent abgeschlagen auf Platz 3.

Bei den Verkaufszahlen wollen die beiden Rivalen in den nächsten Jahren BMW den begehrten Spitzenplatz im Premiumsegment entreißen. Die Münchner bekräftigten unterdessen, auch 2013 den Absatz weiter steigern zu wollen. Dazu sollen elf neue Modelle beitragen, darunter das kleine Elektroauto i3.

Europa am Boden

Bei BMW schwindet allerdings die Hoffnung auf eine baldige Erholung in Europa. Die Krise werde den Kontinent noch "mindestens fünf Jahre" beschäftigen, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen in München. "Ich sehe nicht, dass man die Themen in Europa in einem Jahr bewältigen kann." Im Gefolge der Schuldenkrise sind die Pkw-Märkte seit anderthalb Jahren auf Talfahrt. 2012 war das schlechteste Autojahr seit 1995, 2013 startete mit einem historischen Tiefstand. Vor allem im krisengeschüttelten Süden trauen sich die Menschen kaum mehr, Neuwagen zu kaufen.

Bei BMW war man lange davon ausgegangen, dass die Probleme beim Pkw-Absatz in Ländern wie Italien oder Spanien zwei bis drei Jahre anhalten. Reithofer nannte seine Erwartungen für Europa nicht pessimistisch, eher realistisch. Audi -Chef Rupert Stadler hatte vor Kurzem die Ansicht geäußert, der europäische Automarkt werde in den nächsten drei bis fünf Jahren bestenfalls stagnieren.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge