BMW: Betriebsgewinn im Kerngeschäft sackt ab

BMW: Betriebsgewinn im Kerngeschäft sackt ab

In Europa schrumpften die Automärkte bis auf wenige Ausnahmen, sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner am Dienstag. "Entsprechend intensiv ist der Wettbewerb." Hohe Nachlässe verlocken zwar die Kunden zum Autokauf, zehren aber bei den Herstellern die Gewinne auf.

Bei BMW sackte in der Kernsparte Automobile im dritten Quartal das Betriebsergebnis (Ebit) trotz rekordhoher Absatzzahlen um sechs Prozent auf 1,55 Milliarden Euro ab. Konzernchef Norbert Reithofer erläuterte, die Kaufzurückhaltung im Süden dehne sich nun auf die mitteleuropäischen Länder aus. Eine Erholung sei nicht vor Mitte 2014 zu erwarten. Weil BMW bis Jahresende zudem noch viel Geld investiert, bleibt der Gewinn unter Druck.

Rund 500 Millionen Euro an Extra-Kosten, etwa für neue Technologien wie Batterieantrieb oder Carbonfasern, für den Ausbau der Produktionskapazität oder für zusätzliche Mitarbeiter, entfielen auf das Schlussquartal, erläuterte Eichiner. Das ist fast die Hälfte dessen, was BMW für das gesamte Jahr eingeplant hat. Die Rendite in der Autosparte soll deshalb niedriger ausfallen als zuletzt. Sie werde "am unteren Rand" des anvisierten Korridors von acht bis zehn Prozent liegen. BMW investiere viel Geld in die langfristige Wettbewerbsfähigkeit, sagte der Finanzchef. "Sie zählt mehr als kurzfristige Profite." An der Börse war BMW mit einem Minus von mehr als drei Prozent der größte Verlierer im Leitindex Dax.

Von Juli bis Ende September ging die operative Marge im Autogeschäft auf neun Prozent zurück. Damit fielen die Münchner hinter Konkurrent Audi mit 9,4 Prozent zurück, allerdings blieb auch bei den Ingolstädtern weniger Geld pro verkauftem Auto hängen als vor Jahresfrist. Einzig Daimler konnte hier zuletzt mit Fortschritten glänzen: Mercedes steigerte die Marge auf 7,3 Prozent. Die Stuttgarter profitierten von zahlreichen neuen Modellen wie dem Flaggschiff S-Klasse oder den Kompaktwagen der A- und B-Klasse. Außerdem zahlen sich Kostensenkungen aus. Daimler rief deshalb die Trendwende aus.

Reithofer: Wachstum in Europa nur auf sehr niedrigem Niveau

BMW behielt die gewohnte Vorsicht bei: Reithofer sagte, wenn es irgendwo in Europa Wachstum gebe, dann "auf sehr niedrigem Niveau". Die Schuldenkrise hält viele Pkw-Märkte weiter im Würgegriff, die Branche leidet unter der - selbst angezettelten - Rabattschlacht. Auch die Oberklasse-Hersteller, die in Europa rund die Hälfte ihrer Fahrzeuge verkaufen, mischen längst mit. "Rabatte sind für uns selbstverständlich ein Thema. Das ist derzeit ein europäisches Problem", sagte Finanzvorstand Eichiner. Er rechnete damit, dass mit der Erholung der Euro-Zone die Rabatte wieder kleiner ausfallen werden. Dies habe sich nach der letzten Absatzkrise gezeigt.

In einigen Ländern Europas dürfte die Talsohle erreicht sein - zuletzt stieg in Deutschland, dem größten Pkw-Markt des Kontinents, und auch in Frankreich und Spanien die Zahl der Neuzulassungen. Die Oberklasse-Hersteller profitieren außerdem davon, dass teure Limousinen und Geländewagen in großen Märkten wie China oder den USA weiter reißenden Absatz finden.

Die Münchener steigerten von Januar bis Ende September den Absatz ihrer drei Marken BMW, Mini und Roll-Royce auf 1,44 Millionen Autos. Im Gesamtjahr will der Konzern mehr als die 1,85 Millionen Fahrzeuge von 2012 verkaufen, wie Reithofer bekräftigte. Dazu soll das Elektroauto i3 beitragen, das Mitte November auf den Markt kommt. Wie viel Stück sich von dem knapp 35.000 Euro teuren Kleinwagen losschlagen lassen, will BMW nicht öffentlich schätzen. Derzeit lägen 8000 bis 9000 Bestellungen vor, sagte Eichiner.

In Deutschland wird die Elektromobilität skeptisch beäugt - vor allem wegen der vergleichsweise geringen Reichweite der Fahrzeuge. In Meinungsumfragen äußern Autofahrer immer wieder die Angst, mit einem Batterieantrieb schneller liegen zu bleiben. Die BMW-Chefs selbst verzichten zur Zeit auch noch auf den i3 als Alltagsauto. Reithofer begründete: "Zuerst wird der Kunde bedient, dann werden wir bedient. Wir fahren diese Fahrzeuge zu Testzwecken, mal übers Wochenende."

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