BlackBerry-Verwaltungsrat lehnt Zerschlagung ab

BlackBerry-Verwaltungsrat lehnt Zerschlagung ab

Das Gremium habe entsprechende Vorschläge mehrerer Interessenten abgelehnt, sagten mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach fühlen sich die Aufseher nicht nur den Aktionären, sondern auch anderen Interessenvertretern wie Angestellten, Kunden oder Lieferanten verpflichtet. Eine Aufspaltung des Konzerns wäre nicht in deren Sinne gewesen, hieß es.

BlackBerry war einst der Vorreiter für den mobilen Empfang von E-Mails und vor allem bei Managern beliebt. Das Unternehmen verpasste dann den Trend zu Smartphones mit berührungsempfindlichen Bildschirmen wie dem iPhone von Apple oder der Galaxy-Reihe von Samsung Electronics. Nach einem missglückten Neuanfang in suchte BlackBerry nach einem Käufer und sagte dieses Vorhaben am Montag überraschend ab. Der Großaktionär Fairfax und andere Investoren stecken nun rund eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Der deutsche Konzernchef Thorsten Heins muss nach weniger als zwei Jahren sein Amt räumen.

Microsoft und Apple waren Insidern zufolge an den Patenten von BlackBerry interessiert. Auch mit Cisco Systems, Google und dem chinesischen PC-Hersteller Lenovo gab es Gespräche über einen Verkauf - in Teilen oder als gesamte Firma. Zu den Vermögenswerten von BlackBerry gehören neben Patenten auch die Smartphone-Sparte sowie Software und Servernetze.

Grundsatzurteil von oberstem Gericht

Einer der Insider sagte, der Verwaltungsrat habe auch die Kosten einer Zerschlagung bedacht. So gebe es Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, die den Wert anderer Firmenteile gemindert hätten. Auch hätte einem Verkauf an eine ausländische Firma die kanadische Regierung zustimmen müssen, was Zeit gekostet hätte. Den Insidern zufolge schloss der Verwaltungsrat aber eine Zerschlagung zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus.

Nach einem Urteil des Obersten Gerichtes aus dem Jahr 2008 dürfen Kontrolleure kanadischer Firmen bei der Entscheidung über einen Verkauf nicht nur die Interessen der Aktionäre verfolgen. Demnach müssen auch Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer und die Gesellschaft berücksichtigt werden.

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