BlackBerry seit einem Jahr erfolglos auf der Suche nach einem Käufer

BlackBerry seit einem Jahr erfolglos auf der Suche nach einem Käufer

In den vergangenen Monaten haben Umsatz und Zahl der Kunden weiter nachgegeben, während die engagierten Berater von JPMorgan Chase & Co. und RBC Capital Markets diskret mögliche Bieter angesprochen haben.

Das erfuhr Bloomberg News von Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Bislang bleibe das Interesse an BlackBerry aber eher gedämpft, hieß es. Das habe besonders mit Blick auf Beteiligungsgesellschaften gegolten.

Das Unternehmen hat am 12. August ein spezielles Board-Komitee ins Leben gerufen. Es soll nach Konzernangaben alle möglichen Optionen in Erwägung ziehen - Joint-Ventures, Partnerschaften und Verkäufe eingeschlossen.

Prem Watsa, ein Geschäftsmann aus Toronto und gleichzeitig größter Aktionär, zieht sich zudem aus dem Aufsichtsrat zurück. Das legt den Schluss nahe, dass er eine Rolle bei der Rettung der Firma spielen könnte. JPMorgan Chase ist mit einer strategischen Bewertung der Lage beauftragt.

BlackBerry und die Berater des Unternehmens warten nun darauf, ob Watsa und seine Investmentfirma Fairfax Financial Holdings Ltd. ein Angebot schmieden können, um das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Das erfuhr Bloomberg aus informierten Kreisen. Ein solcher Schritt würde eine Restrukturierung des Konzerns jenseits der Öffentlichkeit ermöglichen. Bisher wurde kein Angebot unterbreitet, hieß es.

Der Niedergang von BlackBerry setzte vor mindestens drei Jahren ein. Damals begann die schwache Antwort auf Smartphone-Innovationen von Apple ihren Tribut zu zollen. Das völlig überarbeitete Betriebssystem BlackBerry 10 kam erst im Januar auf dem Markt - sechs Jahre nach der Vorstellung des iPhone durch den damaligen Apple-Chef Steve Jobs. Da war es bereits zu spät, um den Exodus bei Kunden und Entwicklern aufzuhalten. Sowohl Apple als auch Android von Google Inc. gelang es, bei Geschäftskunden Fuß zu fassen. Dieser Bereich galt einst als Festung von BlackBerry.

In den vergangenen drei Tagen stieg der Kurs des Unternehmens um mehr als zwölf Prozent. Er wurde getragen von der Hoffnung, dass BlackBerry einen Käufer finden wird.

Den informierten Kreisen zufolge schlugen die Berater schon Ende 2011 vor, dass BlackBerry einen Selbstverkauf erwägen sollte. Zuvor hatten das iPhone und das Galaxy von Samsung Electronics Co. Marktanteile hinzugewonnen. Stattdessen zogen sich die Gründer und Vorstandschefs, Mike Lazaridis und Jim Balsillie, aus dem Board zurück. Sie wurden ersetzt durch Thorsten Heins, einem früheren Manager von Siemens AG.

BlackBerry entschied sich daraufhin zur Einsetzung des speziellen Komitees, weil sich das Unternehmen Sorgen machte ums jüngste Finanzergebnis und enttäuschende Absatzzahlen der BlackBerry-10-Telefone. Das erfuhr Bloomberg News von einer Person, die mit den Vorgängen vertraut ist. Direktor Tim Dattels von BlackBerry und führender Partner bei der Beteiligungsgesellschaft TPG Capital führt den Ausschuss an. Er soll die Optionen des Unternehmens in dieser Rolle unter die Lupe nehmen.

Heins hatte gehofft, dass das neue Betriebssystem und eine Vielzahl neuer Telefone dem Unternehmen Leben einhauchen werden. Bislang ist dies jedoch nicht geschehen. Die Verkäufe des neuen Z10-Telefons lagen im vergangenen Quartal rund eine Million unter den Erwartungen der Analysten. Das trug zu einem eher überraschenden Verlust bei. Das Unternehmen rechnet für das laufende Quartal mit weiteren roten Zahlen.

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