BlackBerry spricht auch mit Google und SAP über Verkauf

BlackBerry spricht auch mit Google und SAP über Verkauf

Das sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. BlackBerry hatte mit dem Versicherer Fairfax Financial des kanadischen Milliardärs Prem Watsa eine vorläufige Vereinbarung geschlossen, wonach BlackBerry für 4,7 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen werden soll. Ein Geschäft mit SAP, Google oder Cisco wäre dazu die Alternative.

BlackBerry hat potenzielle strategische Investoren gebeten, bis Anfang kommender Woche Interessensbekundungen abzugeben. Darunter sind auch Intel sowie die koreanischen Smartphone-Hersteller Samsung und LG Electronics. Ob Firmen Gebote abgeben, war zunächst unklar. Dem Vernehmen nach gibt es ein besonders großes Interesse BlackBerry-Servernetz und den Patenten. Allerdings dürfte sich der Wert der Patente und Lizenzvereinbarungen in den kommenden eineinhalb Jahren halbieren, wie aus Unternehmensunterlagen hervorgeht.

Analysten schätzen den Wert des Servernetzes zur Verarbeitung verschlüsselter Nachrichten auf 3 bis 4,5 Milliarden Dollar. Die Patente könnten demnach zwei bis drei Milliarden Dollar wert sein. Zudem verfüge BlackBerry über Reserven und Beteiligungen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar. Der Bernstein-Analyst Pierre Ferragu geht aber davon aus, dass BlackBerry innerhalb von eineinhalb Jahren fast zwei Milliarden Dollar der Barreserven aufbrauchen wird.

Blackberry hatte im September Investoren mit einem Quartalsverlust von fast einer Milliarde Dollar verschreckt. So muss das Unternehmen viel Geld abschreiben, weil das neue Smartphone Z10 ein Ladenhüter ist.

Die vom Deutschen Thorsten Heins geleitete Firma war einst bei Smartphones führend. Die Geräte waren vor allem bei Managern beliebt, weil sie damit schon vor Jahren unterwegs E-Mails schreiben konnten. Inzwischen verliert BlackBerry aber immer mehr Marktanteile an Telefonhersteller, die auf das Betriebssystem Android von Google setzen. Auch Apple hat BlackBerry mit dem iPhone schon lange hinter sich gelassen.

SAP, Google, Cisco, Intel und LG lehnten eine Stellungnahme ab. Bei Samsung war zunächst niemand zu erreichen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge