Bitcoin-Börse Mt.Gox geschlossen - Behörden ermitteln

Bitcoin-Börse Mt.Gox geschlossen - Behörden ermitteln

Die japanische Bitcoin-Börse Mt.Gox ist seit Dienstag ein Fall für die japanische Finanzaufsicht. Die Büros sind geschlossen, die Website offline. Investoren fürchten, ihr Geld verloren zu haben. Die Behörden ermitteln inzwischen auch in den USA.

In der Vertrauenskrise um die Internet-Währung Bitcoin ruft die plötzliche Schließung des Handelsplatzes Mt.Gox die japanischen Behörden auf den Plan. Unter anderem die zuständige Finanzaufsicht, die Polizei und das Finanzministerium untersuchten den Fall, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch.

Auch in den USA ist man alarmiert. Die Staatsanwaltschaft New York wurde aktiv. In Manhattan wurden einige Geschäftspartner des Handelsplatzes vorgeladen. Es gehe darum, Informationen über die Art der jüngsten Cyber-Angriffe auf die Währung zu erhalten. Auch die Bundespolizei FBI beobachte die Situation.

Mt.Gox, die einst größte Börse für das virtuelle Geld hatte am Dienstag offenbar den Betrieb eingestellt. Ihre Webseite war zeitweise nicht mehr erreichbar und das Büro in Tokio verwaist. Der Aufenthalt von Firmenchef Mark Karpeles war unklar. Er hatte per E-Mail lediglich erklärt, das Geschäft befinde sich an einem Wendepunkt.

Auf der Website von Mt.Gox ist seit dem Morgen des 26. Februars folgende knappe Mitteilung von Karpeles zu lesen:

Geschätzte MtGox Kunden,

Da es viele Spekulationen rund um MtGox und seine Zukunft gibt möchte ich die Gelegenheit ergreifen, um zu versichern, dass ich noch in Japan bin und mit der Unterstützung einiger Partner sehr hart daran arbeite, eine Lösung für unsere jüngsten Probleme zu finden.

Weiters möchte ich bitten, unseren Mitarbeitern keine Fragen zu stellen. Sie wurden angehalten, keine Antworten oder Informationen zu geben. Bitte besuchen Sie diese Website, um sich über weitere Ankündigungen zu informieren.

Beste Grüße,
Mark Karpeles

Rückschlag für Bitcoins

Für die Cyber-Währung, die man an den Bitcoin-Börsen in reales Geld tauschen kann, bedeutet der Fall Mt. Gox einen weiteren Rückschlag. Erst im Januar waren in den USA zwei Organisatoren von derartigen Handelsplattformen wegen des Verdachts auf Geldwäsche festgenommen worden. Die digitale Währung Bitcoin rutscht immer tiefer in eine Vertrauenskrise. Die einst größte Börse für das virtuelle Geld, die in Japan ansässige Mt. Gox, stellte am Dienstag offenbar den Betrieb ein. Ihre Webseite war zeitweise nicht mehr erreichbar und das Büro in Tokio verwaist. Unternehmenschef Mark Karpeles erklärte, das Geschäft befinde sich an einem Wendepunkt.

Protestierende Investoren

Einige Investoren protestierten vor dem Tokioter Büro und forderten Auskunft über den Verbleib ihrer Anlagen. "Ich bin sehr verärgert", sagte Kolin Burgers, der nach eigener Auskunft Bitcoins im Wert von bis zu 300.000 Dollar bei Mt. Gox im Depot hatte. "Das ist wohl alles weg." Bei der Börse selbst war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nun herrscht Unklarheit über die Zukunft von Mt. Gox, die 2010 gegründet wurde und damit eine der ältesten Bitcoin-Börsen ist. Anfang Februar sperrte das Unternehmen alle Konten wegen "ungewöhnlicher Aktivitäten" bis auf weiteres. Nutzer hatten schon länger Sicherheitslücken bemängelt. Am Sonntag trat Karpeles als Vorstand der Handelsorganisation Bitcoin Foundation zurück. Die Turbulenzen hatten auch Auswirkungen auf den Wert der Cyber-Währung: Der Kurs, der von Börse zu Börse stark variiert, brach bei Mt. Gox seit Anfang Februar um mehr als 80 Prozent auf 135 Dollar ein.

Andere Bitcoin-Börsen gingen auf Distanz zu Mt. Gox und erklärten, das Problem liege bei dem Unternehmen, nicht bei der Währung selbst. "Dieser tragische Vertrauensbruch bei Kunden von Mt. Gox resultiert aus dem Verhalten des Unternehmens und spiegelt nicht die Seriosität oder den Wert von Bitcoins wieder", erklärten die sechs Handelsplätze Coinbase, Kraken, Bitstamp, BTC China, Blockchain and Circle in einer gemeinsamen Stellungnahme. Allerdings hatten auch andere Betreiber von Bitcoin-Börsen mit Sicherheitsproblemen und Hackerattacken zu kämpfen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge