Bertelsmann profitiert von RTL und florierendem Buchgeschäft

Bertelsmann profitiert von RTL und florierendem Buchgeschäft

Vor allem dank sprudelnder Gewinne der Fernsehgruppe RTL stieg der Bertelsmann-Konzernüberschuss im ersten Halbjahr um elf Prozent auf 306 Millionen Euro. "Bertelsmann blickt insgesamt auf eines der besten Halbjahresergebnisse seiner Geschichte zurück", sagte Vorstandschef Thomas Rabe am Freitag. "Die Entwicklung gibt uns Rückenwind für den Konzernumbau."

Bertelsmann hatte sich erst im April von Anteilen an seiner größten und profitabelsten Tochter RTL Group getrennt, um Geld für Investitionen in neue Geschäfte hereinzubekommen. Denn langfristig will sich Rabe nicht mehr so stark auf die von Werbeeinnahmen abhängige Fernsehsparte verlassen. Die TV-Gruppe, die mehr als ein Drittel der Konzernumsätze und über zwei Drittel der Gewinne erwirtschaftet, steigerte ihr Ergebnis (Operating EBIT) um neun Prozent auf 545 Millionen Euro. Insgesamt legte der operative Gewinn von Bertelsmann deshalb um fünf Prozent auf 768 Millionen Euro zu.

Konzernchef Rabe hält weiterhin Ausschau nach Übernahmezielen - etwa in Bildungs- und Digitalangebote in Schwellenländern und den USA. Für Zukäufe und den Ausbau bestehender Bereiche will er in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Euro ausgeben, die aber wohldosiert eingesetzt werden sollen, wie Rabe betonte: "Wir sind an Großakquisitionen im Milliardenbereich nicht interessiert." Zudem müssten die jüngsten Zukäufe erst einmal verdaut werden. Im ersten Halbjahr investierte Bertelsmann mit 1,6 Milliarden Euro so viel wie seit Jahren nicht mehr. Der Konzern schluckte den Musikrechtehändler BMG komplett, stärkte sein Finanzdienstleistungsgeschäft mit einer Übernahme und fusionierte seinen Buchverlag Random House mit dem Rivalen Penguin zum Weltmarktführer.

Buchgeschäft brummt – Drucksparte verliert

Das Buchgeschäft machte Bertelsmann im ersten Halbjahr ebenfalls Freude: Dank neuer Bestseller wie Dan Browns Thriller "Inferno" übertraf die Sparte das bereits hohe Ergebnis des Vorjahreszeitraums, als die überaus erfolgreichen Erotikromane der Serie "Fifty Shades of Grey" das Geschäft angekurbelt hatten. Der Betriebsgewinn der Verlagstochter Random House legte um vier Prozent auf 117 Millionen Euro zu.

Größtes Sorgenkind bleibt die Druckereisparte, deren Betriebsergebnis vor Sondereffekten einbrach und die wegen hoher Rückstellungen für die Schließung der Großdruckerei im holsteinischen Itzehoe sogar in die roten Zahlen rutschte. Annähernd stabil blieben die Gewinne der Zeitschriftentochter Gruner + Jahr und der Dienstleistungssparte Arvato.

Die Erlöse waren angesichts des schwierigen Wirtschaftsumfelds in nahezu allen Sparten rückläufig und sanken konzernweit um knapp zwei Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Dank Zukäufen erwartet Rabe im Gesamtjahr weiterhin einen Umsatzanstieg auf 17 Milliarden Euro, wie er in einer Telefonkonferenz bekräftigte. Organisch rechnet der Vorstand mit einer stabilen bis leicht rückläufigen Geschäftsentwicklung. Die durchschnittliche Umsatzrendite soll zweistellig bleiben.

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