Belgischer Chemiekonzern Solvay kauft US-Firma Chemlogics

Belgischer Chemiekonzern Solvay kauft US-Firma Chemlogics

Für umgerechnet rund eine Milliarden Euro übernimmt der BASF-Konkurrent aus Brüssel die amerikanische Firma Chemlogics.

Das Unternehmen will damit seine Position im schnell wachsenden US-Geschäft für Chemikalien stärken, die in der Öl- und Gasförderung eingesetzt werden. Dort herrscht in der Energiebranche inzwischen eine regelrechte Goldgräberstimmung, seit durch die Weiterentwicklung der umstrittenen Fördertechnik Fracking umfangreiche neue Lagerstätten zugänglich wurden. Inzwischen produzieren die USA so viel Öl wie seit 24 Jahren nicht mehr.

Solvay-Chef Jean-Pierre Clamadieu erhofft sich mit Chemlogics einen "signifikanten" Anteil an dem fast sechs Milliarden Euro schweren US-Markt für Chemikalien für den Energiesektor. Die Firma aus dem kalifornischen Paso Robles stellt unter anderem reibungsreduziernde Additive sowie Extraktionstechnologie her, die bei der Ölförderung eingesetzt werden. Solvay zufolge passen die Geschäfte des 2002 gegründeten Unternehmens gut zur eigenen Sparte Novecare, die Produkte für Kosmetikfirmen und Reinigungsmittel-Hersteller sowie für die Agrochemie- und Ölindustrie produziert.

In den vergangenen zwölf Monaten setzte Chemlogics mit 277 Beschäftigten umgerechnet rund 370 Millionen Euro um und hat seinen operativen Gewinn (Ebitda) in den vergangenen fünf Jahren jeweils im zweistelligen Prozentbereich gesteigert. Solvay wird den Kaufpreis nach eigenen Angaben in bar begleichen, plant aber zudem eine Hybrid-Anleihe in Höhe von einer Milliarde Euro. Den Bekgiern ist der Zukauf das 10,7-fache des operativen Gewinns der US-Firma wert.

Neben Solvay rückt momentan auch bei anderen europäischen Chemiegrößen das lukrative Geschäft mit der amerikanischen Öl- und Gasindustrie immer stärker ins Radarfeld. So baut Branchenprimus BASF aktuell eine große Produktionsstätte für Ameisensäure im US-Bundesstaat Louisiana, die 2014 eröffnet werden soll. Die Chemikalie ist ein wichtiger Bestandteil bei der Schiefergas-Gewinnung. Der Ludwigshafener Konzern hat zudem seine Aktivitäten in der Wasser-, Ölfeld- und Bergbauchemie in einer neuen Einheit gebündelt, um die Schlagkraft in diesem Geschäft zu erhöhen.

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