Bei ThyssenKrupp regiert der Sparstift: Werk in Neuwied wird geschlossen

Bei ThyssenKrupp regiert der Sparstift: Werk in Neuwied wird geschlossen

ThyssenKrupp setzt seinen Stellenabbau fort: Das Feinbleckwerk in Neuwied in Rheinland-Pfalz soll gschlossen werden. An dem Standort in Neuwied sind 320 Mitarbeiter beschäftigt. Möglichst vielen solle eine Wechsel in das wenige Kilometer entfernte Werk in Andernach angeboten werden, wo bislang rund 2000 Stahlarbeiter beschäftigt sind.

An beiden Standorten würden aber in den kommenden Jahren insgesamt 420 Jobs gestrichen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will in der europäischen Stahlsparte mehr als 2000 der knapp 27.600 Stellen streichen.

Die Beschäftigten in Neuwied und Andernach seien am Dienstag auf einer gemeinsamen Belegschaftsversammlung informiert worden. Im Rahmen eines mit dem Betriebsrat vereinbarten Interessenausgleichs soll es Abfindungen und die Möglichkeit zur Altersteilzeit geben. In Neuwied werden Weißblechdosen hergestellt, die etwa für Lacke oder Lebensmittel verwendet werden. Andernach und Neuwied gehören zur ThyssenKrupp-Tochter Rasselstein. Die Weißblechproduktion in Andernach bleibe ein Kerngeschäft von ThyssenKrupp Steel Europe, erklärte der Konzern. Das Werk in Neuwied sei aber nicht mehr ausgelastet. Bis Ende September soll nach der bereits geschlossenen Bandverzinkung eine weitere Anlage stillgelegt werden. Das Kaltwalzwerk laufe noch bis Ende 2013. Die Beize werde noch bis September 2015 fortgeführt.

Ein Kampf gegen die schwache Nachfrage und Überkapazitäten

ThyssenKrupp Steel Europe kämpft wie die Konkurrenten ArcelorMittal und Salzgitter mit einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten. Neben dem geplanten Abbau von 2000 Stellen könnten 1800 weitere Jobs durch den Verkauf kleinerer Stahlwerke aus dem Konzern fallen. Den Prozess hat das Unternehmen bereits eingeleitet. Zur Disposition stehen Werke des Bereichs Electrical Steel in Gelsenkirchen mit 620 Mitarbeitern, im französischen Isbergues mit 590 und im indischen Nashik mit 610 Mitarbeitern. Bis zum Geschäftsjahr 2014/15 sollen in der Stahlsparte die Kosten um 500 Millionen Euro gedrückt werden. Im gesamten Konzern will Hiesinger zwei Milliarden Euro einsparen.

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