Bayer und GlaxoSmithKline geraten in China ins Visier der Behörden

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer ist in China ins Visier von Korruptionsermittlern geraten. "Die Behörden nehmen eine breite Untersuchung vor.

Bayer und GlaxoSmithKline geraten in China ins Visier der Behörden

"Bayer ist auch von einer lokalen Behörde kontaktiert worden", sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers der "WirtschaftsWoche". China wirft Pharmakonzernen wie GlaxoSmithKline (GSK) massive Korruption vor. GSK soll mit Hilfe von Reisebüros und Beratungsfirmen im gewaltigen Umfang Ärzte und Behördenvertreter geschmiert haben, um den Umsatz anzukurbeln und Medikamentenpreise hochzutreiben.

Das Pharmageschäft bereitet Bayer viel Freude. Dekkers rechnet damit, dass "allein unsere fünf neuen Top-Medikamente dieses Jahr für einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro sorgen." Dabei geht es um die Medikamente Xarelto gegen Thrombosen, Stivarga und Xofigo gegen Krebs, das Augenmittel Eylea sowie das Lungenmedikament Riociguat, das im zweiten Halbjahr 2013 die Zulassung in den USA erhalten könnte. "Wir schätzen das kombinierte Spitzenumsatzpotenzial dieser Produkte auf über 5,5 Milliarden Euro", bekräftigte Dekkers.

Dagegen schwächelt das Kunststoffgeschäft, das unter der schwierigen Konjunktur, sinkenden Verkaufspreisen und hohen Rohstoffkosten leidet. 2015 soll die Sparte wenigstens ihre Kapitalkosten wieder verdienen. Er wolle nicht darüber spekulieren, ob Bayer sich von seinem Kunststoffgeschäft trennt, falls die Sparte die Ziele verfehlt. Zwei Dinge seien entscheidend: "Alle unsere Teilkonzerne müssen auf ihren Gebieten führend sein", sagte der Bayer-Chef. "Andererseits muss ein Teilkonzern auch eine attraktive Rendite abwerfen. Das bewerten wir über einen längeren Zeitraum."

Obwohl Bayer in Nordrhein-Westfalen doppelt so viel Strom zahle wie in den USA, wolle der Leverkusener Konzern keine Anlagen aus Deutschland in die USA verlagern. Bayer produziere immer für den regionalen Markt. "Wir versuchen uns aber anderweitig zu helfen. In Dormagen investieren wir 250 Millionen Euro in eine Anlage für ein Polyurethan-Vorprodukt, die deutlich weniger Strom verbraucht", sagte Dekkers.