BASF macht's besser als Siemens

BASF macht's besser als Siemens

Der Chemiekonzern BASF stemmt sich gegen das zunehmend raue Konjunkturumfeld. Dabei setzt Konzernchef Kurt Bock vor allem auf starke Geschäfte der Öl- und Gassparte und die kräftige Nachfrage nach Agrarchemikalien.

Nach Zuwächsen bei Umsatz und Betriebsgewinn im zweiten Quartal bestätigte Bock am Donnerstag seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr - garnierte die Bekräftigung aber mit etlichen skeptischen Aussagen zur Konjunkturentwicklung. Der zu Jahresbeginn gezeigte Optimismus, mit dem BASF in der Branche überrascht hatte, ist verflogen. Eine Belebung der Nachfrage im zweiten Halbjahr erwartet BASF nicht mehr.

"Unsere Kunden agieren weiterhin vorsichtig und reduzieren ihre Lagerbestände", erklärte Bock. Dabei setzten sie auf sinkende Preise als Folge rückläufiger Rohstoffkosten. Der Blick auf die vergangenen Monate lasse BASF die Rahmenbedingungen jetzt vorsichtiger einschätzen. So lief es in Asien mit der Lokomotive China im abgelaufenen Quartal nicht rund. Wie schon im ersten Jahresviertel erzielte BASF dort im abgelaufenen Quartal weniger Umsatz.

Dennoch bestätigte Bock die Jahresziele: "Insgesamt erwarten wir nach wie vor, dass wir bei Umsatz und Ebit vor Sondereinflüssen die Spitzenwerte von 2011 übetreffen werden." Im vergangenen Jahr hatte BASF 73,5 Milliarden Euro umgesetzt und kam auf einen bereinigten Betriebsgewinn von 8,4 Milliarden Euro. Der Margendruck werde aber anhalten, erklärte Bock. Bei seiner Prognose baut Bock auf die wieder aufgenommene Ölproduktion des Konzerns in Libyen. BASF hatte im Februar 2011 wegen des Bürgerkriegs in dem nordafrikanischen Land die Ölförderung für mehrere Monate unterbrochen und erst nach dem Regimewechsel wieder aufgenommen. "Das Ergebnis in unserem Chemiegeschäft wird voraussichtlich unter dem Wert des Vorjahres liegen", räumte er ein. Das im November 2011 angekündigte Sparprogramm, das ab 2015 jährlich eine Milliarde zum Ergebnis beitragen soll, will BASF beschleunigen.

Im zweiten Quartal steigerte der Ludwigshafener Konzern seinen Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - um elf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Damit schnitt BASF besser ab, als Analysten es mit ihrer Schätzung von 2,31 Milliarden Euro erwartet hatten. Das Unternehmen setzte im Zeitraum April bis Juni 19,5 Milliarden Euro um und damit sechs Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Überschuss ging allerdings um 15,5 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro zurück.

Industriegeschäft schwächelt

In den Industriesparten sanken im zweiten Quartal die Ergebnisse zum Teil deutlich. Besonders kräftig nach unten ging es im Segment Chemicals, wozu beitrug, dass mehrere Anlagen abgestellt wurden. Aber auch im Kunststoffsegment Plastics sank der Betriebsgewinn. Allein die Sparten Öl- und Gas sowie das Agrarchemiegeschäft konnten ihr Ergebnis im Quartal steigern, wobei der Betriebsgewinn der Öl- und Gassparte dank einer inzwischen durchgängigen Ölproduktion in Libyen besonders deutlich nach oben schnellte.

Mit seiner zunehmenden Konjunkturskepsis steht BASF-Chef Bock nicht alleine in der Branche. Auch der weltgrößte Farbenhersteller Akzo Nobel hatte unlängst auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld als den größten Unsicherheitsfaktor für die weiter Geschäftsentwicklung hingewiesen. Einen konkreten Geschäftsausblick für das Gesamtjahr wagte der Rivale bei Vorstellung seiner Quartalszahlen nicht. Auch der US-Konkurrent Dupont zieht nach einem Ergebnisrückgang im zweiten Quartal vorsichtiger ins zweite Halbjahr. Vor allem die Folgen der Euroschuldenkrise dämpften das Geschäft. Dupont schwächte seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr etwas ab.

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