BASF meldet Milliardengewinn

BASF meldet Milliardengewinn

Auch sein laufendes Sparprogramm half dem Weltmarktführer, die flaue Konjunktur und zusätzliche Belastungen durch einen starken Euro zu verkraften. BASF baute im dritten Quartal den Gewinn deutlich aus und bestätigte seine Jahresziele, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Hoffnungen, dass die Wirtschaft im Rest des Jahres anzieht, hat Konzernchef Kurt Bock aber nicht. "Das Konjunkturumfeld wird voraussichtlich herausfordernd bleiben", erklärte er. "Wir rechnen nicht mit einer Belebung des globalen Wirtschaftswachstums im vierten Quartal." Dennoch gehe BASF weiter davon aus, im Gesamtjahr Umsatz und bereinigten Betriebsgewinn zu erhöhen. 2012 standen Erlöse von 72,13 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis von 6,65 Milliarden Euro in den Büchern.

Die BASF-Aktionäre können sich trotz des bislang schwierigen Jahres wohl freuen. Der Konzern hielt auch an dem Ziel fest, 2013 eine hohe Prämie auf seine Kapitalkosten zu verdienen. An dieses Kriterium knüpft BASF seine Dividende. Die Börse bewertete den Quartalsbericht positiv - die im Dax notierte BASF-Aktie gewann 1,6 Prozent auf 75,38 Euro. "Angetrieben durch eine Erholung des Chemiegeschäfts hat BASF im dritten Quartal solide Ergebnisse geliefert", kommentierte Analystin Nadeshda Demidova von der Equinet Bank.

BASF baute in den Sommermonaten Juli bis September seinen um Sondereinflüsse bereinigten Betriebsgewinn um 15 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro aus. Damit übertraf der Konzern mit aktuell 112.600 Beschäftigten die Schätzungen der Analysten leicht. Ergebnistreiber war die neue Sparte Functional Materials & Solutions, in denen BASF unter anderem Geschäfte mit Abgas-Katalysatoren und Spezialkunststoffen für die Autobranche gebündelt hat. "Die Autoindustrie ist unsere wichtigste Branche", sagte Bock zu Reuters TV. "Wir haben sehr gutes Wachstum gehabt in Asien, was für uns ein bedeutender Fokus ist". Schwächer entwickelte sich im Quartal dagegen die Chemikaliensparte, vor allem die Geschäfte mit Isocyanat-Kunststoffvorprodukten sowie mit Ammoniak bremsten. Auch im Öl- und Gasbereich - sonst eine Ergebnisstütze des Konzerns - ging das Ergebnis zurück. Das Betriebsergebnis in der Agrarchemie blieb auf Vorjahresniveau.

Bock zog dennoch eine positive Bilanz: "Im dritten Quartal hat sich unser Geschäft robust entwickelt", erklärte er. Der Umsatz nahm trotz negativer Währungseinflüsse um 1,5 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro zu. Auch im vierten Quartal rechnet der Konzern mit Gegenwind durch den starken Euro. Der Konzernüberschuss erhöhte sich um 18,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Talsohle in Europa

Im wichtigen Europageschäft sieht der BASF-Chef die Talsohle nun allmählich erreicht. Er könne aber nicht erkennen, dass daraus Rückenwind entstehe und der Absatz deutlich anziehe, sagte er. Das Öl- und Gassegment ausgeklammert, seien die Verkaufsmengen im dritten Quartal in Europa nur um ein Prozent gestiegen. "Daraus kann man nun wirklich nicht ableiten, dass die Post abgeht", sagte Bock.

In diesem Umfeld drückt BASF weiter auf die Kostenbremse, um seine Renditen zu sichern. Vor allem das Segement Performance Products, zu dem einige margenschwache Standardprodukte gehören, will BASF schlagkräftiger machen. Erst am Mittwoch hatte BASF angekündigt, im dort angesiedelten Farbpigment-Geschäft 650 Stellen zu streichen und eine Fabrik in Schottland zu schließen. Bereits im April hatte BASF Umbaumaßnahmen in diesem Konzernbereich angeschoben.

Mit seinem Ende 2011 eingeleiteten Sparprogramm kommt der Konzern gut voran. "Ich kann nur sagen, dass wir da voll im Plan liegen und dieses Jahr noch einmal 300 Millionen Euro erreichen werden", sagte Bock. 2012 wurden bereits 100 Millionen Euro erzielt Das Sparpaket soll ab Ende 2015 jährlich rund eine Milliarde Euro zum Ergebnis beisteuern. Geschäftsteile abspalten, wie es der Rivale Dupont aktuell plant, wolle BASF nicht, erklärte Bock. Der amerikanische Rivale hatte angekündigt, seine Sparte Performance Chemicals auszugliedern, zu der das schwächelnde Farbpigmentgeschäft gehört.

Bock kündigte zudem an, weitere Investitionsmöglichkeiten in den USA zu prüfen. "Ich glaube schon, dass wir da noch einige Ideen haben werden", sagte er, ohne konkreter zu werden. Auch BASF ist inzwischen auf den Schiefergas-Boom in den USA aufgesprungen. Der Konzern prüft zusammen mit dem norwegischen Düngemittel-Hersteller Yara den Bau einer großen Ammoniak-Anlage in den USA, die Erdgas als Rohstoff einsetzt. Chemiekonzerne, die in den USA produzieren, haben wegen des dort deutlich niedrigeren Erdgaspreises große Kostenvorteile im Vergleich zu Konzernen, die vor allem in Europa produzieren. Bereits im Bau ist eine große BASF-Produktionsstätte für Ameisensäure im US-Bundesstaat Louisiana. Die Chemikalie wird für die Schiefergas-Gewinnung wendet.

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