Barclays gewinnt – und bedauert

Barclays gewinnt – und bedauert

Barclays hat mit dem Ergebnis für das erste Halbjahr die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das britische Kreditinstitut, das im Rahmen des Libor-Skandals auf der Suche nach einer neuen Führung ist, profitierte vom Wachstum im Verbraucherbankengeschäft.

Der Vorsteuergewinn ohne Bewertungskorrekturen auf Verbindlichkeiten und Einmalposten ist in den sechs Monaten bis 30. Juni um 13 Prozent auf 4,227 Mrd. Pfund (5,4 Mrd. Euro) gestiegen, wie die Bank in London am Freitag in einer Erklärung mitteilte. Damit übertraf sie die Medianschätzung von 3,9 Mrd. Pfund aus einer Bloomberg-Umfrage.

Der Ärger, den Barclays mit der Finanzmarktaufsicht hat, lässt derweil nicht nach. Die Bank gab am Freitag bekannt, dass die britischen Aufsichtsbehörden bei vier derzeitigen und früheren leitenden Mitarbeitern, darunter Finanzdirektor Chris Lucas, wegen der Offenlegung von Gebühren im Zusammenhang mit einer Kapitalbeschaffung im Jahr 2008 ermitteln. Die Bank teilte zudem mit, dass gegen sie weitere Klagen eingereicht wurden.

Die Aufsichtsbehörden hatten Barclays im vergangenen Monat wegen der Manipulation des Londoner Interbankensatzes Libor bereits eine Rekordstrafe von 290 Mill. Pfund auferlegt. Im Zuge der Ermittlungen traten drei Spitzenkräfte der Bank, darunter der Vorstandsvorsitzende Robert Diamond, zurück.

“Wir bedauern, was in jüngster Zeit geschehen ist”, sagte Marcus Agius. Der Vorsitzende der Bank hat versprochen, bis zur Wahl eines Nachfolgers für Diamond auf seinem Posten zu bleiben. “Jedoch konzentriert sich unser Management weiter auf die Erreichung unserer Performance-Ziele.”

Klagen aus dem Libor-Skandal dürften die Bank weitere 626 Mill. Pfund kosten, schätzt Betsy Graseck, Analystin bei Morgan Stanley.

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