Banken in Italien: Weniger Gewinn, dafür mehr faule Kredite

Banken in Italien: Weniger Gewinn, dafür mehr faule Kredite

Der Nettogewinn der Intesa Sanpaolo fiel binnen Jahresfrist um 62 Prozent, wie das Institut am Dienstag bekanntgab. Bei Konkurrent Banca Popolare di Milano belief sich das Minus auf knapp elf Prozent. Nach Angaben der italienische Bankenaufsicht halten die Finanzhäuser immer mehr faule Kredite.

Mit einem Gewinn von 306 Millionen Euro übertraf Intesa die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten von 250 Millionen Euro. "Der Sturm scheint jetzt vorüber zu sein und wir können die Bremsen lösen", schrieb CEO Enrico Cucchiani in einer E-Mail. Im Quartalsvergleich kehrt Intesa Sanpaolo in die schwarzen Zahlen zurück. Pop Milanos Gewinn ging zu Jahresbeginn um 10,6 Prozent auf 57,3 Millionen Euro zurück. Bei der viertgrößten Bank des Landes, Banco Popolare, betrug der Gewinn 92 Millionen Euro nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum von 109 Millionen Euro.

Die Bankenaufsicht ABI gab den zwölften monatlichen Rückgang der Kreditvergabe an Haushalte und Nichtfinanzunternehmen in Folge bekannt: Im April sei sie um 2,1 Prozent zurückgegangen. Die Gesamtsumme der faulen Kredite bei italienischen Banken sei im März um 21,7 Prozent im Jahresvergleich auf 131 Milliarden Euro gestiegen.

Italien wurde von der Schuldenkrise schwer getroffen und steckt in der schwersten Rezession seit 20 Jahren. Eine Rückkehr zum Wachstum ist bis zur zweiten Jahreshälfte nicht zu erwarten. Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni erklärte, Italiens Banken bräuchten keine finanzielle Hilfe der Europäischen Union. Er widersprach damit dem ehemaligen EZB-Notenbanker Lorenzo Bini Smaghi. Dieser hatte am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, angesichts der dramatischen Lage solle die Regierung in Rom Hilfe beantragen, um das Bankensystem zu reformieren.

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