Autokrise hat Lanxess fest im Griff

Autokrise hat Lanxess fest im Griff

Die anhaltende Autokrise in Europa hat den Gewinn des Chemiekonzerns Lanxess zu Jahresbeginn einbrechen lassen.

"Wir sind nicht immun gegen starke Nachfragerückgänge", räumte Konzernchef Axel Heitmann am Mittwoch zur Vorlage des Berichts für das erste Quartal ein. Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Um sich gegen den Nachfrageschwund zu stemmen, legte der Dax-Konzern Anlagen zeitweise still und kürzte das Investitionsbudget. Heitmann geht zwar von einer Nachfragebelebung im zweiten Halbjahr aus. Das operative Rekordergebnis von 1,2 Milliarden Euro aus 2012 wird aber wohl nicht erreicht. Er erwartet jetzt für 2013 einen operativen Gewinn (EBITDA) vor Sondereinflüssen von unter einer Milliarde Euro.

Im Auftaktquartal schmolz der bereinigte operative Gewinn um 53 Prozent auf 174 Millionen Euro zusammen. Analysten hatten 171 Millionen Euro erwartet. Lanxess setzte von Januar bis März 2,1 Milliarden Euro um - das sind zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Überschuss brach um 87 Prozent auf 25 Millionen Euro ein. Die Zahlen spiegeln die maue Geschäftslage der großen Kundengruppen wider. Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk, der in Autoreifen, Dichtungen und Schläuchen zum Einsatz kommt. Die Abhängigkeit von der Autobranche ist groß. Analysten zufolge erwirtschaftet Lanxess über 40 Prozent seiner Konzernumsätze mit der Autoindustrie und entsprechenden Zulieferern. Der Reifenhersteller Michelin hatte im April weitere Restrukturierungen in Aussicht gestellt, sollte sich der Reifenmarkt in Europa nicht bald beleben. Konkurrent Goodyear schließt wegen der Flaute ein Werk in Frankreich.

Belebung im zweiten Halbjahr

Entsprechend musste Lanxess im ersten Quartal Absatzeinbußen hinnehmen und hatte auch mit sinkenden Preisen zu kämpfen. Die Rheinländer traten wegen der flauen Nachfrage bereits auf die Kostenbremse und legten eine Anlage für Butyl-Kautschuk in Belgien still. Auch eine Produktion von EPDM-Kautschuk in Texas wurde zeitweise vom Netz genommen. Der Konzern plant noch weitere Schritte und kürzte seine Investitionen für dieses Jahr auf 600 Millionen von ursprünglich bis zu 700 Millionen Euro.

"Das Marktumfeld bleibt schwach und volatil", erklärte Heitmann. Für das zweite Halbjahr sei aber mit einer Nachfragebelebung zu rechnen. "Asien mit Schwerpunkt China wird sich deutlich besser entwickeln, während die Marktbedingungen in Europa weiterhin schwierig bleiben", fügte der Lanxess-Chef hinzu. Für das laufende zweite Quartal stellte Heitmann einen bereinigten operativen Gewinn über dem des ersten Quartals aber unter 220 Millionen Euro in Aussicht. An seinen mittelfristigen Prognosen hielt er gleichwohl fest. Lanxess steuert 2014 einen bereinigten operativen Gewnn von 1,4 Milliarden Euro an. Für das Jahr 2018 sind 1,8 Milliarden Euro geplant.

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