Autokrise schlägt bei Lanxess ein

Autokrise schlägt bei Lanxess ein

Die Autokrise in Europa schlägt beim Spezialchemiekonzern Lanxess voll durch: Im ersten Quartal dürfte sich das operative Ergebnis (EBITDA pre ex) praktisch halbieren, teilte der DAX-Konzern am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Auch im Gesamtjahr dürfte der Rekordwert beim operativen Gewinn des Vorjahres von 1,2 Mrd. Euro nicht erreicht werden. "2013 wird uns das Leben nicht leichter machen", sagte Konzernchef Axel Heitmann bei Vorlage der Bilanz für das vergangene Jahr.

Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2012 hatte der Konzern mit einer schwachen Nachfrage der Auto- und Reifenbranche zu kämpfen. Kurzfristig sei keine Besserung in Sicht. Umsatz und Gewinn legten 2012 dank eines starken Agrochemiegeschäfts und positiver Währungseffekte nur leicht zu. Dennoch will der Konzern die Dividende auf 1,00 (Vorjahr 0,85) Euro je Aktie erhöhen. Die Aktie stand vorbörslich mit Abschlägen von gut vier Prozent stark unter Druck. Händler zeigten sich vom Ausblick enttäuscht.

Vor zwei Wochen hatte der Konzern bei der Vorlage von Eckdaten für das vergangene Jahr bereits umfangreiche Produktionskürzungen für zwei große Kautschuk-Werke in Belgien und den Vereinigten Staaten angekündigt. Dadurch soll die Produktion der speziellen Kautschuke für die Reifen- und Autoindustrie um 50 beziehungsweise 20 Prozent reduziert werden. "Die Zeiten mögen im Moment stürmischer sein", erklärte Heitmann. "Dank unserer strategischen Aufstellung sind wir aber unverändert optimistisch."

Lanxess hat Asien im Fokus

Lanxess werde seine Wachstumsstrategie nicht ändern. Der Konzern setzt weiter auf einen Ausbau seiner Produktion in Asien. Dort dürfte die wachsende Mobilität für eine hohe Nachfrage sorgen. Er bestätigte die mittelfristigen Ziele. 2014 solle das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) und Sonderposten auf 1,4 Mrd. Euro und 2018 auf 1,8 Mrd. Euro klettern.

Besonders schwach dürfte die Entwicklung im ersten Quartal 2013 verlaufen. Nach 369 Mio. Euro vor einem Jahr rechnet das Leverkusener Unternehmen in den ersten drei Monaten mit einem EBITDA vor Sonderposten von 160 bis 180 Millionen Euro. Einen genaueren Ausblick für das laufende Jahr kündigte Heitmann für die Vorlage des Berichts zum ersten Quartal Anfang Mai an. "Eine grundlegende Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes ist bislang noch nicht festzustellen", sagte Heitmann mit Blick auf die Folgen der Euro-Schuldenkrise.

Im zweiten Halbjahr dürfte die Nachfrage aber an Dynamik gewinnen. Lanxess ist stark von der globalen Auto- und Reifennachfrage abhängig. Etwa 40 Prozent seiner Umsätze macht der Konzern mit rund 17.200 Mitarbeitern mit dieser Branche. Die Signale aus der Autowelt waren zuletzt eher schwach.

Im vergangenen Jahr legte der Umsatz dank eines noch starken ersten Halbjahres und positiver Währungseffekte um vier Prozent auf 9,1 Mrd. Euro zu. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um sieben Prozent auf 1,2 Mrd. Euro, während sich der Gewinn noch um zwei Prozent auf 514 Mio. Euro erhöhte. Die Region Asien/Pazifik war dabei mit kräftigen Zuwächsen ein stabilisierender Faktor. Auch in Nordamerika legte der Umsatz zu. Die Krise in Europa sorgte dort hingegen für einen leichten Umsatzrückgang.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge