AUA-Betriebsrat vs. Lufthansa – "Eine Sauerei, das war unsere Pensionskasse"

Dass die Lufthansa in ihrer Bilanz 2012 mit mehr als 115 Mio. Euro vom umstrittenen Flugbetriebsübergang der AUA (Austrian Airlines) auf Tyrolean profitiert hat, zeigt für AUA-Bordbetriebsrat Karl Minhard, wohin die Reise im Konzern geht.

AUA-Betriebsrat vs. Lufthansa – "Eine Sauerei, das war unsere Pensionskasse"

"Eine Sauerei – das war unsere Pensionskasse", sagte Minhard am Mittwochnachmittag zur APA. Der Druck werde noch steigen. Die Arbeitnehmervertreter zweifeln die Rechtmäßigkeit des Betriebsübergangs an. Man wartet auf Gerichtsurteile.

Nach dem vorjährigen Abgang von AUA-Piloten, die den Betriebsübergang nicht mitmachten, herrscht nach Betriebsratsangaben akuter Pilotenmangel bei der AUA. Minhard sprach heute von 25 bis 30 fehlenden Piloten. In der Kabine fehlten zusätzlich mehr als hundert Leute. Nun werde auch der verzögerte und "fehlerhafte" Kabinenumbau der Langstreckenflugzeuge mehr Zeit brauchen als bisher geplant. Das mache das Streichen von Frequenzen nötig. Der publizierte Sommerflugplan könne nicht eingehalten werden, warnten die Betriebsräte heute vor Journalisten. Diese Frequenzstreichungen könnten, so Minhard, 2013 bis zu 30 Millionen Euro des Umsatzes kosten.

Der Betriebsrat wirft dem Management vor, zu wenig Piloten auf die Langstreckenflugzeuge B767 und B777 geschult zu haben. Dieser "Unterbestand" führe zu Flugstreichungen und finanziellen Schäden. Derzeit sei es so, dass nur mit zusätzlichem finanziellen Aufwand, vor allem dem wiederholten Abkaufen von freien Tagen und Urlaub, der Flugbetrieb aufrechterhalten werden könne, beklagten die Personalvertreter in der Pressekonferenz.