Apple-Zulieferer Hon Hai leidet unter schwacher Nachfrage

Apple-Zulieferer Hon Hai leidet unter schwacher Nachfrage

Der taiwanesische Konzern Hon Hai, vor allem durch seine Tochter Foxconn bekannt, verzeichnet weniger Gewinn. Vor allem die nachlassenden Aufträge für Apple-Produkte und Windows-PC machen dem Unternehmen zu schaffen.

Umgerechnet 422 Millionen Euro Nettogewinn hat der taiwanesische Konzern Hon Hai Precision Industriy , der vor allem durch seine Tochter Foxconn bekannt ist, im ersten Quartal erreicht. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro gesunken und liegt ebenfalls deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Im zweiten Quartal wird mit weiter fallenden Umsätzen gerechnet.

Der Hauptgrund dafür sind nachlassende Aufträge zur Fertigung von iPhones und iPads von Apple sowie die schwache Nachfrage nach Windows-8-Rechnern. Die Auftragslage wird sich im zweiten Quartal nicht wesentlich verbessern, denn große Produktneuheiten stehen derzeit nicht auf dem Programm.

Apple lässt aus

Apple ist für rund 40 Prozent des Umsatzes von Hon Hai verantwortlich, doch das strahlende Image des US-Konzerns hat kürzlich Schrammen abbekommen . Der Gewinn ist erstmals seit vielen Jahren gesunken, die Nachfrage nach iPhone und iPad wird auch in den nächsten Monaten höchstens lauwarm sein. Im laufenden Quartal werden die Lieferungen von iPhones voraussichtlich um ein Viertel fallen.

Umbau notwendig

Diese Abhängigkeit von den großen Konzernen macht Hon Hai zu schaffen, Analysten fordern einen Umbau des Konzern. Mit Zukäufen wird bereits versucht, das Unternehmen breiter aufzustellen, beispielsweise im E-Commerce oder als Betreiber von Breitbandnetzen.

Ständig in der Kritik

Nicht nur wegen der niedrigen Löhne, auch wegen der Zustände in seinen Fabriken wird Hon Hai seit Jahren kritisiert. Immer wieder kam es zu Selbstmorden - daher wurden beispielsweise an der Foxconn-Fabrik in Langfang Netze aufgespannt, um Mitarbeiter daran zu hindern, sich zu Tode zu stürzen (siehe Bild oben). Auch der Druck auf die von Hon Hai belieferten Unternehmen ist dadurch gestiegen; diese haben unter anderem strengere Kontrollen angekündigt.

Lohnkosten in China steigen

Ein weiteres Problem für Hon Hai: Sogar im Niedrigstlohnland China sind zuletzt die Lohnkosten etwas gestiegen. "Es ist noch nicht das Ende der niedrigen Löhne in Asien, aber mit Sicherheit das Ende der lächerlich niedrigen Löhne", sagt vor kurzem Malte Luebker, Lohnspezialist bei der UN-Arbeitsorganisation (ILO) im Regionalbüro in Bangkok. China hat die Mindestlöhne in seinen Produktionszentren Guangzhou and Shenzhen um 19 Prozent angehoben, auf knapp 200 Euro im Monat. In Hongkong bekommen Arbeiter jetzt sieben Prozent mehr, mindestens drei Euro die Stunde.

Um die zuletzt steigenden Lohnkosten abzufangen, automatisiert Foxconn daher so viele Prozesse wie möglich. Zudem zieht das Unternehmen mit neuen Fabriken immer weiter in die Provinz.

Quellen u.a.: Bloomberg, APA

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