Apple zahlt drei Milliarden Dollar für Kult-Kopfhörermarke "Beats"

Apple zahlt drei Milliarden Dollar für Kult-Kopfhörermarke "Beats"

Apple besiegelt die angekündigte Ubernahme der vom Hip-Hop-Star Dr. Dre und dem Musikproduzenten Jimmy Iovine begründeten Kult-Kopfhörermarke "Beats" und legt für den teuersten Einkauf in der Firmengeschichte drei Milliarden Dollar auf den Tisch.

Apple macht den teuersten Zukauf in seiner Unternehmensgeschichte perfekt. Der iPhone-Hersteller erwirbt die Kultkopfhörer-Marke Beats Electronics und den Musik-Streamingdienst Beats Music für drei Milliarden Dollar (2,2 Mrd. Euro), hieß es am Mittwochabend nach Börseschluss.

Einer der Hintergründe dabei ist, dass Apple (ISIN US0378331005) zwar stets betont, wie großartig die mit den iPhones und iPods vertriebenen hauseigenen In-Ear-Headphones sind, wissen alle Musikkenner, dass Musik mit derartigen Ohrstöpseln nur weit unter ihrem tatsächlichen Potenzial gehört werden kann. Der Vergleich mit einem Kofferradio in der Küche und einer richtigen HiFi-Anlage drängt sich auf. In einem Interview mit dem Blog "Recode" erklärt Apple CEO Tim Cook allerdings, dass Apple so ziemlich alles was man sich erträumen kann auch selbst hätte bauen können.

Wichtiger als die Headphones scheint für Apple daher die zu Beats gehörende Streaming Music Plattform Beats Music zu sein. Den fertigen Beats-Dienst zu kaufen, sichere Apple einen Vorsprung, sagt Cook. "Das gibt uns unglaubliche Leute, die nicht auf Bäumen wachsen. Sie sind kreative Seelen, verwandte Geister."

Markantes Design

Das von Hip-Hop-Star Dr. Dre und dem Musik-Produzenten Jimmy Iovine gegründete Unternehmen ist für seine farbigen Kopfhörer mit dem auffälligen "b" bekannt. Die Geräte sind trotz ihres vergleichsweise hohen Preises von fast 200 Euro auch in Europa in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Dabei haben sie sich im Terrain der deutschen Traditionsunternehmen Sennheiser und beyerdynamic sowie ihrem österreichischen Rivalen AKG breitgemacht. Deren Produkte halten viele Experten für technisch überlegen. Die Beats-Kopfhörer gelten aufgrund ihrer Basslastigkeit und ihres markanten Designs eher als Mode-Erscheinung.

Erst im September hatte sich Beats eine Finanzierung in Höhe von 500 Millionen Dollar von der Beteiligungsgesellschaft Carlyle gesichert. Bei dieser Investition wurde der Firmenwert auf lediglich eine Milliarde Dollar beziffert. Apple zahlt nun das Dreifache, obwohl das Unternehmen seit mindestens einer Dekade keine einzige Übernahme mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar durchgeführt hat.

Streaming: Konkurrenz für iTunes

In Branchenkreisen wurde seit längerem darüber gesprochen, dass Apple sein iTunes-Angebot mit einem Musik-Streaming-Dienst ergänzen wollte. iTunes revolutionierte die Musikindustrie mit dem Verkauf von Liedern im Internet und Apple startete vergangenes Jahr den werbebasierten Streaming-Dienst "iRadio". Den Markt dominieren jedoch bisher andere Abo-Dienste wie etwa Pandora und Spotify. Kunden zahlen dort eine Grundgebühr und können sich dafür die gewünschte Musik anhören ohne diese zu kaufen. Rund die Hälfte aller Smartphone-Besitzer nutzt ihr Gerät zum Musikhören - ein potenziell riesiger Markt. Deshalb bemühen sich auch Google und Amazon darum, einen profitablen Streaming-Dienst zu etablieren.

Apple steht immer mehr unter Druck, sein Wachstum mit weiteren Innovationen zu befeuern. Der Konzern verdient vor allem mit dem iPhone Geld, aber der Smartpone-Markt ist zunehmend gesättigt. Kritiker werfen Apple vor, wegen eines Mangels an Innovationen sein wertvolles Image als Technologie-Vorreiter zu verspielen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge