Apple im freien Fall

Die Apple-Aktie ist im US-Handel zum ersten Mal seit Dezember 2011 unter die Marke von 400 Dollar gefallen. Der Abwärtstrend dürfte sich fortsetzen.

Apple im freien Fall

Am Mittwoch berichtete einer von Apples Audio-Chip-Zulieferern, Cirrus Logic , von einer Schwemme an Lagerbeständen. Das legte laut Beobachtern den Schluss nahe, dass die Verkäufe des iPhones deutlich unter den Erwartungen liegen.

Zeitweise kosteten die Titel von Apple nur noch 398,11 Dollar. Das war der niedrigste Intraday-Preis seit dem 22. Dezember 2011. Bis Handelsschluss erholte sich die Aktie etwas und schloss bei 402,80 Dollar. Das entsprach allerdings immer noch einem Tagesminus von 5,5 Prozent.

Apple als Albtraum für Investoren

Damit entpuppt sich der einstige Highflyer der New Yorker Börse als Albtraum für Investoren: Am 19. September 2012 markierte Apple ein Allzeithoch von 702,10 Dollar. Seit damals hat die Aktie also 42,6 Prozent an Wert verloren.

In den kommenden zwei bis drei Monaten könnte die Aktie bis auf 320 Dollar weiter fallen, sagte Carlo Besenius von Creative Global Investments. Er verwies unter anderem auf den zunehmenden Druck durch Android- und Windows-Produkte.

Zuletzt hatte die Dividenden-Fantasie aufgrund der hohen Cash-Bestände von Apple die Aktie etwas stabilisiert. Die schwachen Daten von Zulieferern hatten die Bodenbildung aber rasch wieder zerstört.

Apple-Lieferant Hon Hai enttäuscht

Auch dem Apple-Lieferanten Hon Hai Precision bekommt die starke Abhängigkeit von iPhones und iPads derzeit nicht gut: Der Umsatz brach im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf umgerechnet 20,6 Milliarden Euro ein. Hon Hai macht etwa 60 bis 70 Prozent seiner Erlöse mit der Fertigung von Apple-Produkten.

Technisch befindet sich die Apple-Aktie nun in anhaltend schlechter Verfassung – der Abwärtstrend ist voll intakt. Stabilisiert sich der Kurs nicht bei der 400-Dollar-Marke, dann droht ein weiterer Rutsch Richtung 360 Dollar.

Nächste Woche Dienstag (23.4) meldet Apple Quartalszahlen . Dann dürfte auch bezüglich des Ausblicks etwas mehr Klarheit herrschen.