Apple: Die Angst vor Weihnachten und der hässlichste Chart der Welt

Apple: Die Angst vor Weihnachten und der hässlichste Chart der Welt

Zwar steht ein neuerlicher Milliardengewinn auch im vierten Quartal außer Zweifel, der sagenhafte Margen-Hype dürfte für Apple nun aber zu Ende gehen.

"Kein Unternehmen ist gegen die allgemeine Wirtschaftsentwicklung immun", erklärt Trip Chowdry von Global Equity Research. "Apple liegt da auf einer Linie mit HP, IBM, Intel und Google. Es ist daher nichts dran an den Aussagen der Apple-Fans, wonach der Konzern ein Kosmos für sich ist. Die Benzinpreise sind doppelt so hoch wie vor vier Jahren und die Leute haben einfach kein Geld, sich immer den Schnickschnack zu kaufen, den sie am liebsten hätten."

Apple-Aktie ist technisch angeschlagen

Der technische Zustand der Apple-Aktie verheißt jedenfalls nichts Gutes. Die Aktie ist seit ihrem Hoch bereits rund 20 Prozent abgeschmiert und notiert bereits deutlich unter der 200-Tage-Durchschnittslinie, die meist zwischen Bären- und Bullenmarkt entscheidet. Dementsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Korrektur.

Apple-CEO Tim Cook übt sich dennoch in Zweckoptimismus und lässt die temporäre Börseschwäche nicht gelten: „Wir gehen mit den besten iPhones, iPads, Mac-Computern und iPods in das Weihnachtsgeschäft“, sagte Firmenchef Tim Cook. „Und wir bleiben sehr zuversichtlich, was unsere kommenden Produkte angeht.“ Beim Ausblick für das wichtige Weihnachtsquartal zeigte sich Apple dennoch zurückhaltend.

Augenscheinlich werden jedenfalls die sinkenden Gewinnmargen. Das liegt vor allem an der zunehmend günstigeren Preisgestaltung zu der Apple aufgrund der laufend steigenden Konkurrenz bei Smartphones und Tablets gezwungen ist. Das zeigt sich insbesondere beim zuletzt gelaunchten iPad Mini. Dabei wurden auch in der Produktion die Qualitätsparameter nach oben geschraubt, mit dementsprechenden doppelten Auswirkungen auf die Gewinnmargen.

Microsoft macht Druck

Neben Samsung dürfte bei Apple auch immer mehr Microsoft für Stirnrunzeln sorgen. Der Softwaregigant gibt mit seinem für Tablets und Smartphones optimierten Betriebssystem Windows 8 nun Vollgas. Das lässt sich auch im Einzelhandel ablesen: Nachdem Microsoft für seine ersten Tablets Backsteinmauern in US-Großstädten im Streetart-Stil bemalen ließ, eröffnet das Unternehmen nun 34 sogenannte Pop-up-Stores, unter anderem am New Yorker Times Square. Mit diesen extra fürs Weihnachtsgeschäft eingerichteten Läden kann der Hersteller die Zahl der US-Verkaufsstände auf einen Schlag mehr als verdoppeln.

Das optisch katastrophale Bild der Apple-Aktie sollte daher für Anleger Warnung genug sein. Auch wenn viele Analysten empfehlen, die aktuelle Kursschwäche zum Einstieg zu nutzen, gelicht der Chart einem fallenden Messer. Geht alles gut, dann fängt sich die Aktie beim langfristigen Aufwärtstrend, der aktuell bei rund 465 US-Dollar verläuft. Hält der nicht, dann könnte es richtig ungemütlich werden.

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