Amazon sagt mit "AmazonFresh" Wal-Mart, Whole Foods und Co. den Kampf an

Amazon sagt mit "AmazonFresh" Wal-Mart, Whole Foods und Co. den Kampf an

Amazon will seine Kunden Insidern zufolge künftig auch mit Lebensmitteln versorgen. Der weltgrößte Online-Händler wolle im großen Stil in das Geschäft einsteigen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei es, Kunden aus einer Hand neben Elektronik-Artikeln, Büchern und Kleidung auch mit Salat, Backwaren und Fleisch zu beliefern.

Seit fünf Jahren testet der US-Konzern am Unternehmenssitz in Seattle schon den Versand von Lebensmitteln. Nun sieht Amazon offenbar die Zeit gekommen, um mit "AmazonFresh" Handelsriesen wie Wal-Mart, Whole Foods oder Supervalu Konkurrenz zu machen. Wohl noch diese Woche soll das Angebot in Los Angeles an den Start gehen, später im Jahr dann der Großraum San Francisco folgen. Läuft alles wie geplant, will Amazon den Kreisen zufolge 2014 Lebensmittel in 20 weiteren Ballungsräumen verkaufen, auch im Ausland.

Das Lebensmittelgeschäft ist der größte Einzelhandelssektor und bekannt für seine niedrigen Gewinnspannen. Allein in den USA werden jährlich 568 Milliarden Dollar umgesetzt. Amazon könnte auf der Suche nach neuen Geschäftsbereichen Profit aus seinen bereits bestehenden Kundenbeziehungen ziehen und beispielsweise zeitgleich bestelltes Spielzeug zusammen mit Brot und Gemüse ausliefern. Diese Möglichkeit, die die Lieferkosten deutlich senken würde, hat die Konkurrenz nicht.

Lagerhäuser auf Eis

Laut einer mit den Plänen vertrauten Person werden die neuen Amazon-Lagerhäuser über Kühlräume verfügen. Der auf den Einzelhandel spezialisierte Analyst Bill Bishop von der Beratungsgesellschaft Brick meets Click geht davon aus, dass der eBay -Konkurrent seinen neuen Service am Ende in 40 Märkten anbieten will. "Amazon testet das seit Jahren und nun ist es an der Zeit, durch die Expansion das Gelernte in Bares umzuwandeln", sagte Bishop. Die Konkurrenz müsse sich warm anziehen. Amazon war für eine Stellungnahme zu den Reuters-Informationen nicht erreichbar.

Die Idee, dass Kunden online ihre Lebensmittel ordern und diese dann nach Hause geliefert bekommen, ist nicht neu. Branchenprimus Wal-Mart testet ein entsprechendes Angebot in San Francisco und Großbritannien. "Sollte sich die Nachfrage entsprechend entwickeln, sind wir bereit und in der Lage, den Versand in den USA auszuweiten", so ein Wal-Mart-Sprecher. Zahlen gibt es bisher kaum. Auch Amazon hält die bisherigen Einnahmen mit dem Pilotprogramm in Seattle, wo der Konzern auch eigene Lastwagen bei der Auslieferung einsetzt, unter Verschluss.

Der frühere Wal-Mart-Manager Roger Davidson hält es für unwahrscheinlich, dass mit dem Online-Lebensmittelhandel Geld verdient werden kann. Frische Produkte liefen schnell ab oder könnten beim Transport beschädigt werden. "Die Gründe, warum dies in der Vergangenheit schiefgegangen ist, sind nicht verschwunden." Er wette, dass es auch bei Amazon nicht funktionieren werde.

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