Allianz: Stark wie immer

Allianz: Stark wie immer

Europas größter Versicherer steigerte den Überschuss binnen Jahresfrist um ein Viertel auf 1,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Michael Diekmann zeigte sich zufrieden.

"Die Steigerung der Ergebnisse kommt aus allen Geschäftssegmenten, wird also von einer breiten Basis getragen. Damit darf der Start in das Geschäftsjahr als wirklich gelungen bezeichnet werden", erklärte der Manager am Dienstag auf der Hauptversammlung.

Das operative Ergebnis legte im Auftaktquartal um ein Fünftel zu und erreichte 2,8 Milliarden Euro, der Umsatz kletterte um knapp sieben Prozent auf rund 32 Milliarden Euro. Die Kennzahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. An der Börse kamen die Zahlen der Münchner prima an. Die Allianz-Aktie kletterte gut zwei Prozent auf ein Fünfjahreshoch.

Aktionäre linsen auf mehr Geld

An der Prognose eines operativen Gewinns von etwa 9,2 Milliarden Euro für das Gesamtjahr hielt Diekmann fest und dämpfte angesichts unruhiger Kapitalmärkte höhere Erwartungen. "Für eine Anpassung unseres Ausblicks für das Geschäftsjahr 2013 sieht der Vorstand trotz der guten Ergebnisse des ersten Quartals angesichts der bestehenden Marktrisiken keinen Anlass." Details zum Geschäftsverlauf in den ersten drei Monaten des Jahres will das Unternehmen am 15. Mai vorlegen.

Der ertragreiche Jahresstart weckte bei den Aktionären Begehren. "Das erste Quartal ist sehr gut gelaufen. Wir gehen davon aus, dass sie diesen positiven Weg weiter gehen, von daher muss die Dividende ja nächstes Jahr steigen", sagte Aktionärsvertreterin Daniela Bergdolt von der DSW. Der Konzern will trotz eines Gewinnsprungs im vergangenen Jahr seinen Eigentümern lediglich eine unveränderte Dividende von 4,50 Euro je Aktie zahlen, was bei den Betroffenen auf Stirnrunzeln stieß. Diekmann verteidigte die Gewinnausschüttung: Die Dividendenrendite stimme, die Ausschüttung von 40 Prozent des Konzerngewinns stärke das Eigenkapital und die Bonität seines Hauses. Zudem erwäge die Allianz im Bereich Schaden- und Unfallversicherungen und im Vertrieb in Wachstumsmärkten einzelne Zukäufe.

Zoff ums Essen

Diekmann musste auch Kritik an Teilen seines Vermögensverwaltungsgeschäft entgegennehmen. Vor allem Investments in Nahrungsmittelgeschäfte stießen bei organisierten Aktionären auf Widerstand. "Im letzten Sommer sind die Preise für Weizen und Mais zum dritten Mal in fünf Jahren förmlich explodiert", sagte David Hachfeld von der Organisation Oxfam. "Unserer Meinung nach würde ein deutlich vorsichtigerer Umgang mit den Risiken deutlich besser zur Allianz passen", erklärte der Aktivist. "Anscheinend sind ihr die Millionen, die sie mit der Verwaltung spekulativer Fonds einnimt, wichtiger als Risikomanagement." Hachfeld forderte die Allianz-Spitze auf, die "Spekulationsgeschäfte ihres Asset Managements zu überdenken".

Die Manager hielten dagegen. "Unsere Vermögensverwaltungsgesellschaften setzen mit Investments in entsprechenden Fonds auf steigende wie fallende Kurse von Rohstoff-Indizes und dienen am Warenterminmarkt als Risikopartner für Landwirte und Käufer von Rohstoffen", sagte Diekmann. Bauern und Rohstoffkäufer sicherten sich über diese Instrumente gegen für sie jeweils nachteilige Preise ab. "Als Risikopartner versorgen wir beide Seiten auf diesem Terminmarkt mit Liquidität und preiswerten Terminkontrakten und sorgen dadurch gerade nicht für steigende Preise durch eine Verknappung von Rohstoffen", entgegnete Diekmann Kritikern. "Wir halten die Kritik in diesem Fall für nicht gerechtfertigt."

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