Allianz steigt zur Nummer eins in der Türkei auf

Allianz steigt zur Nummer eins in der Türkei auf

Weitere kleinere Zukäufe schloss Allianz nicht aus: "Ein paar hundert Millionen Euro würden wir immer in unseren Ressourcen finden", sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer am Mittwoch zu Analysten, wie Reuters berichtete.

"Es kann dieses Jahr etwas passieren oder im nächsten Jahr oder längere Zeit gar nichts." Mit der 684 Millionen Euro teuren Yapi Kredi Sigorta hat die Allianz einen großen Teil ihres für Übernahmen reservierten Budgets für 2013 ausgeschöpft.

Die Allianz kaufte 93,9 Prozent der türkischen Versicherung, für die restlichen 6,1 Prozent soll bald nach dem Closing, das für die zweite Jahreshälfte erwartet wird, ein Pflichtangebot folgen, geht aus der Aussendung der deutschen Versicherung hervor.

Darüber hinaus schloss die Allianz eine 15-jährige Vertriebsvereinbarung mit der Yapi Kredi Bank. Mit der Kooperation erhalte man einen exklusiven Zugang zu den 6,5 Millionen Kunden der Yapi Kredi Bank, deren Bankfilialnetz 928 Geschäftsstellen umfasse. Dafür kassiert die Bank, die der türkischen Koc Holding und der italienischen Großbank UniCredit gehört, Provisionen. Um diese strategische Partnerschaft zu unterstützen, behalte die Yapi Kredi Bank auch einen Fünftel-Anteil an der Yapi Kredi Emeklilik, der Lebens- und Rentenversicherungstochter der Yapi Kredi Sigorta, so die Allianz weiter.

Großes Wachstumspotenzial

Die Allianz sieht in der Türkei ein großes Wachstumspotenzial für Versicherungen: Die Prämieneinnahmen der Versicherer machen nur 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, in Westeuropa sind es dagegen 7,9 Prozent des BIP, in Mittel- und Osteuropa (CEE) 2,6 Prozent. In den vergangenen Jahren haben sich die Banken in der Türkei als wichtigster Kanal für das Lebens- und Rentengeschäft der Versicherer entwickelt, der über Banken generierte Anteil betrug im Vorjahr 77 Prozent.

Nach der Übernahme des türkischen Versicherers Yapi Kredi Sigorta sind Anleger am Mittwoch auf Abstand zur Allianz gegangen, berichtet Reuters. Die Aktien gaben bis Mittag um 3 Prozent nach. Börsianer führten die negative Kursreaktion darauf zurück, dass der Deal bereits erwartet worden war. Reuters hatte am Montagabend darüber berichtet, dass die Allianz den Zuschlag für die Übernahme erhalten hat. Die Aktien waren am Dienstag zeitweise um mehr als ein Prozent gestiegen.

DZ-Bank-Analyst Werner Eisenmann hält den Zukauf in der Türkei für sinnvoll: "Die Allianz wird dadurch einer der Marktführer in einem schnell wachsenden Versicherungsmarkt", schrieb er in einem Kommentar. "Die Finanzierung sollte angesichts der soliden Kapitalisierung kein Problem darstellen." Die Bewertung für ein attraktives Geschäft wie Yapi Kredi sei angemessen und liege unter dem kolportierten Preis von bis zu 950 Millionen Euro.

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