Akte Credit Suisse: Die faulen Tricks der Schweizer Großbank

Akte Credit Suisse: Die faulen Tricks der Schweizer Großbank

Die Credit Suisse hat Hunderte Hypotheken zu Papieren gebündelt, die 2007 an Investoren verkauft wurden. Dies ging auch weiter, als die Bank Unstimmigkeiten bei den Krediten entdeckte und die Finanzinstitute bat, sie zurückzukaufen, wie aus einer gerichtlichen Eingabe des Anleiheversicherers MBIA hervorgeht.

Diese Strategie war für die Zürcher Bank ein Weg, den Gewinn zu maximieren, während der US-Hypothekenmarkt zusammenbrach, schreibt MBIA in der am 30. Jänner beim Obersten Gerichtshof des Bundesstaates New York eingereichten geänderten Klageschrift. Gleichzeitig hätten Investoren und Bürgen die Verluste tragen müssen. Die Klageschrift ist Teil eines seit 2009 geführten Rechtstreits gegen die Bank.

Aus dem Dokument geht hervor, dass Credit-Suisse-Manager das Wort “zwielichtig” und ein Schimpfwort gebrauchten, um die Hypothekengesellschaften zu beschreiben, von denen die Bank Kredite gekauft hatte. Einige der Unternehmen “würden versuchen, mit allem davonzukommen”, womit sie könnten, etwa dem Verkauf von “völligem, komplettem Müll”, sagten die Bank-Manager MBIA zufolge.

“Die geänderte Klageschrift von MBIA baut auf diskreditierten Zeugenaussagen und Fragmenten aus einer Handvoll von E-Mails auf, die aus der Überprüfung von Millionen von Nachrichten hervorgegangen sind. Sie wurden absichtlich aus dem Zusammenhang gerissen”, sagt Credit-Suisse-Sprecher Drew Benson. “Wir vertrauen darauf, dass das Gericht dies als vergeblichen Versuch, eine schwache Behauptung zu untermauern, sehen wird”, fügte er hinzu.

Es geht um Hunderte Millionen

Sechs Jahre, nachdem der Verfall der US-Immobilienpreise um mehr als 30 Prozent begann, und ein Jahr nach dem Beginn der Erholung, streiten Hypotheken-Bond-Investoren und Versicherer vor Gericht immer noch gegen Banken um Hunderte Milliarden Dollar an Verlusten.

Der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman hat im vergangenen Jahr Anklage gegen Credit Suisse erhoben, da die Credit-Suisse-Hypothekenanleihen von 2006 und 2007 Verluste in Höhe von 11,2 Mrd. Dollar (8,2 Mrd. Euro) verzeichnet hätten. Es müsse eine “reale Haftung für das illegale und irreführende” Verhalten geben. Credit Suisse nannte die Vorwürfe “unbegründet”.

Selbst als Credit Suisse eine Liste mit problematischen Hypothekenverkäufern aufstellte, wurden die Hypotheken dieser Anbieter nie aus der Wertpapierverbriefung genommen, behauptet MBIA. Mehr als 2600 der verbrieften Kredite der Transaktion, die MBIA versicherte, stammten von Anbietern, die sich auf der Liste befanden, so die Klageschrift. Das entspreche 15 Prozent.

Credit Suisse sieht sich zudem mit Rechtsstreitigkeiten mit den Anleiheversicherern Ambac Assurance und Assured Guaranty sowie Investoren wie IKB Deutsche Industriebank und Sealink Funding konfrontiert.

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