Airbus und Boeing können sich vor Aufträgen nicht retten

Airbus und Boeing können sich vor Aufträgen nicht retten

Airbus sicherte sich einen lange erwarteten A350-Großauftrag von Air France-KLM. Vertreter der französisch-niederländischen Fluggesellschaft sowie von Airbus unterzeichneten die Bestellung für 25 Exemplare des neuen Großraumjets A350-900. Hinzu kommen Kaufoptionen für weitere 25 Jets des Typs. Die fest bestellten Maschinen kosten laut Liste 5,4 Mrd. Euro. Air France hat auch 25 Exemplare des Konkurrenzmodells Boeing 787-9 bestellt und sich die Option auf 25 weitere Exemplare gesichert.

Der Flugzeugfinanzierer CIT Aerospace bestellte bei Boeing 30 Exemplare der 737-MAX-8, wie beide Unternehmen mitteilten. Laut Preisliste wären das 3,0 Mrd. US-Dollar (2,2 Mrd. Euro). Allerdings sind deutliche Rabatte in der Branche üblich.

Die 737-MAX ist die Neuauflage des Verkaufsschlagers Boeing 737. Der Mittelstreckenflieger soll weniger Treibstoff verbrauchen und konkurriert mit dem modernisierten Airbus A320neo. Boeing will die Entwicklung der 737-MAX beschleunigen. Die erste Maschine solle nun statt im vierten Quartal schon im dritten Quartal 2017 ausgeliefert werden, kündigte Boeing-Entwicklungsmanager Scott Fancer an. Airbus will die erste "neo" schon im Herbst 2015 ausliefern.

Der irische Billigflieger Ryanair denkt über einen neuen Großauftrag für Boeing nach. "Ich hoffe, dass wir uns in diesem Jahr auch für die neue 737-MAX auf einen Preis einigen können", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Le Bourget. O'Leary und Boeing-Manager Ray Conner unterzeichneten den im März angekündigten Auftrag über 175 Boeing-Flieger vom herkömmlichen Typ 737-800. Die Maschinen kosten laut Preisliste 11,7 Mrd. Euro. Mit der Bestellung wollen die Iren ihre Flugzeugflotte in den kommenden fünf Jahren auf 400 Maschinen ausbauen und die Marke von 100 Millionen Passagieren im Jahr knacken.

Aus Sri Lanka kam für Airbus eine Bestellung für zehn Langstreckenjets. Die staatliche Fluggesellschaft SriLankan Airlines orderte sechs Airbus A330 und vier Exemplare des neuen Großraumfliegers A350 für 1,9 Mrd. Euro.

GE in Goldgräberstimmung

Auch der US-Konzern General Electric (GE) rechnet mit zahlreichen Aufträgen. Bisher seien bereits Bestellungen im Wert von 17 Mrd. Dollar eingegangen, sagte der Chef der Luftfahrtsparte, David Joyce, am Mittwoch in Le Bourget bei Paris. Bis zum Ende der Messe dürfte diese Zahl bis auf 20 Mrd. Dollar klettern. GE gehört zu den weltgrößten Triebwerksbauern.

Die Airbus-Mutter EADS erwägt weiter die Abtrennung von Teilen des Rüstungsgeschäfts. "Wir werden sicher sehr genau hinschauen, welches Geschäft wir weiter betreiben sollten im Hinblick auf Rentabilität und Marktperspektive", sagte der Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Thomas Enders der "Welt". Handlungsbedarf sieht er vor allem bei Marine- und Landsystemen. "Auch beim Eurofighter sehe ich eine Notwendigkeit für mehr industrielle Integration." Enders unterstrich aber auch die Bedeutung der Rüstungssparte für EADS: "Unser Verteidigungsgeschäft ist mit zwölf Milliarden Euro Umsatz das größte in Europa."

EADS war 2012 mit dem Plan gescheitert, mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE Systems zu fusionieren. Daraufhin hatte Enders angekündigt, die Konzernstrategie zu überprüfen. "Man muss sehen, was Sinn macht und was das Militär wirklich braucht. Und wir müssen uns fragen: Verdienen wir damit Geld?", hatte Enders gesagt.

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