Air France-KLM fliegt bald aus den roten Zahlen

Air France-KLM fliegt bald aus den roten Zahlen

Bei der Fluggesellschaft Air France-KLM hat sich ein Sparprogramm im Volumen von zwei Mrd. Euro im zweiten Quartal ausgewirkt.

Der vorgelegte Quartalsverlust lag erheblich unterhalb der Analystenerwartungen und konnte im Jahresvergleich mehr als halbiert werden. Die Aktie vollzog daraufhin einen Kurssprung.

Wie Air France-KLM am Montag in Paris mitteilte, betrug der operative Verlust im zweiten Quartal 66 Mill. Euro nach 145 Mill. Euro im Vorjahr. Eine mittlere Prognose von durch Bloomberg befragte Analysten hatte zuvor eine mittlere Verlusterwartung von 163 Mill. Euro ergeben. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 4,5 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro.

Air France-KLM hatte bereits im Juni erklärt, mehr als 5.000 Stellen in Frankreich streichen zu wollen. Konzernchef Jean-Cyril Spinetta hat die Einschnitte als notwendig für die Zukunftsfähigkeit der Fluggesellschaft bezeichnet. Die konjunkturelle Krise gehe derzeit einher mit volatilen Ölpreisen und schwankungsanfälligen Devisenkursen, was laut Spinetta die Dringlichkeit des Sanierungsprogramms unterstreiche. Bis 2015 will Air France-KLM wieder die Gewinnzone erreichen, sagte er.

Analysten äußerten sich von der Bilanz überrascht. “Das sind interessante Zahlen, denn der operative Verlust ist halbiert worden und der Markt ging im Konsens von einem Verlust auf Vorjahresniveau aus”, sagte Analyst Yan Derocles von Oddo Securities in Paris, der die Aktie als “Kauf” einstuft.

Aktien von Air France-KLM reagierten mit einem Kurssprung auf die Zahlen und gewannen an der Euronext Paris gegen 10:45 Uhr MESZ 11,5 Prozent auf 4,34 Euro. Seit Jahresbeginn ergibt sich damit ein Plus von zehn Prozent und eine aktuelle Marktkapitalisierung von 1,25 Mrd. Euro.

Den Nettoverlust gab das Unternehmen mit 895 Mill. Euro nach 197 Mill. im Vorjahr an, was vom Unternehmen vor allem auf Restrukturierungsaufwendungen im Umfang von 368 Mill. Euro zurückgeführt wurde. Es handelte sich dabei insbesondere um Kosten für den Stellenabbau. Für Treibstoffe musste mit 1,9 Mrd. Euro insgesamt 13 Prozent mehr aufgewendet werden, wie es hieß.

Die meisten dieser Sondereinflüsse seien zum Ende Juni entstanden, sagte Finanzchef Philippe Calavia im Rahmen eines Rundrufs nach der Zahlenvorlage. Für den Rest des Jahres seien hier erheblich geringere Belastungen zu erwarten. Ohne Sondereinflüsse hätte sich ein Nettoverlust von rund 230 Mill. Euro ergeben, sagte der Finanzchef.

Das Passagieraufkommen hatte sich im zweiten Quartal sich um 2,4 Prozent erhöht und der Sitzladefaktor erholte sich den Angaben zufolge ebenfalls.

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