Air Berlin fliegt am Ziel vorbei

Air Berlin fliegt am Ziel vorbei

Wegen des anhaltenden harten Preiskampfes werde der Konzern nicht wie ursprünglich geplant ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (Ebit) in diesem Jahr erzielen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht. Auch die aktuellen Markterwartungen, die von einem Verlust vor Zinsen und Steuern von 40 Millionen Euro ausgehen, werde Air Berlin nur durch Sondermaßnahmen erreichen.

"Wir sind in Gesprächen, ich kann derzeit aber nicht sagen, um was es sich handelt", hielt sich Finanzchef Ulf Hüttmeyer bedeckt. Bis Jahresende werde "noch das eine oder andere Flugzeug" verkauft. Die im SDax gelisteten Aktien verloren mehr als zwei Prozent auf 1,73 Euro.

Während der Hitzewelle im Sommer zog es viele deutsche Urlauber eher an heimische Badeseen statt per Flugzeug in noch heißere Urlaubsregionen. Zwar schrieb Air Berlin im dritten Quartal mit einem Ebit von 115,6 Millionen Euro schwarze Zahlen, das Unternehmen hatte aber mehr erhofft. Der Umsatz fiel um 3,5 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Die Fortschritte bei der Sanierung des Konzerns würden durch sinkende Ticketpreise und steigende Flughafen- und Flugsicherheitsgebühren wieder aufgezehrt, erläuterte Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer. Doch das Sparprogramm wirke - die 2013 anvisierten 200 Millionen Euro an Kostensenkungen würden erreicht. "Wir sind auf dem absolut richtigen Weg", sagte der Firmenchef. 2014 werde Air Berlin ein positives Ebit erzielen.

Beim Abbau des Schuldenbergs kommt Air Berlin allerdings nicht wie gewünscht voran: Das Ziel, die Nettoverschuldung bis Jahresende auf unter 500 Millionen Euro zu drücken, werde Air Berlin nicht erreichen, sagte Finanzchef Hüttmeyer. Er rechne nun mit einer Nettoverschuldung von rund 650 Millionen Euro zum Jahresende. Mit mehr als 300 Millionen Euro sei die Liquidität für die kommenden Wintermonate aber ausreichend. Hinzu komme ein Darlehen in dreistelliger Millionen-Höhe, das Air Berlin vom Großaktionär Etihad ziehen könnte. Die aggressiv wachsende Fluglinie aus Abu Dhabi hält knapp 30 Prozent an den Berlinern.

Air Berlin hat sich nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten eine Rosskur verordnet. Zahlreiche unrentable Strecken wurden gestrichen, Flugzeuge verkauft, das Vielfliegerprogramm an Etihad veräußert. Dem rigiden Sparkurs soll jede Zehnte der einst 9000 Stellen zum Opfer fallen. Bislang wurden 562 Stellen abgebaut.

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