Ägyptischer Millliardär greift nach Telecom Italia

Ägyptischer Millliardär greift nach Telecom Italia

Ein Angebot Sawiris sei dem Verwaltungsrat in der vergangenen Woche vorgelegt worden, bestätigte der größte italienische Telekom-Konzern am Montag. Eine Summe nannte das Unternehmen, das dringend frisches Kapital braucht, allerdings nicht.

Das "Wall Street Journal" und der "Corriere della Sera" berichteten von einer Offerte von bis zu fünf Milliarden Euro. Nach dem aktuellen Börsenkurs bekäme Sawiris dafür rund 30 Prozent der Anteile. Damit müsste er nach italienischem Recht auch ein Pflichtangebot für die übrigen Anteile vorlegen. Eine Sprecherin Sawiris bezeichnete die Summe jedoch als "nicht korrekt".

Wie einige andere Großkonzerne in Südeuropa ist auch Telecom Italia in der Schuldenkrise in Bedrängnis geraten und anfällig für die Einflussnahme finanzstarker Investoren aus Schwellenländern. Die Rezession im Land drückt schwer auf die Umsätze des Unternehmens, das auf einem Schuldenberg von knapp 30 Milliarden Euro sitzt. Noch bis Ende des Jahres will es davon zwei Milliarden abtragen.

Dennoch wurde der Vorstoß Sawiris nach Informationen aus Branchenkreisen in der Konzernführung kühl aufgenommen. Verwaltungsratschef Franco Bernabe könnte ein Einstieg des Ägypters allerdings gerade recht kommen, da er mehr Freiheit bei der Leitung des Unternehmens anstrebe, wie es weiter hieß. Denn wenn es zu einem Einstieg kommt, soll er über eine Kapitalerhöhung erfolgen. Die Ausgabe neuer Aktien würde die Anteile der bisherigen Großaktionäre verwässern und damit deren Einflussmöglichkeiten schmälern. Dazu zählen die spanische O2 -Mutter Telefonica, der italienische Versicherer Generali und die heimischen Banken Mediobanca und Intesa Sanpaolo.

Sawiris hatte bereits angekündigt, wieder verstärkt auf Einkaufstour zu gehen und dabei auch Europa im Blick zu haben. Mit dem Mobilfunkanbieter Wind hat er schon einmal einen Vorstoß in den italienischen Telekommunikationsmarkt gewagt. Das Unternehmen verkaufte er später weiter an den russischen Telekom-Konzern Vimpelcom. Im Juni verkaufte er eine Beteiligung an Telekom Austria an den mexikanischen Milliardär Carlos Slim, der auch groß bei der niederländischen E-Plus-Mutter KPN eingestiegen ist.

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