Adidas will Nike "schnupfen" – Fußball-WM soll Milliarden bringen

Adidas will Nike "schnupfen" – Fußball-WM soll Milliarden bringen

Das Geschäft mit Trikots und Schuhen für das Sportspektakel in Brasilien läuft bereits an. Im nächsten Jahr sollen die Fußball-Umsätze durch die WM um rund 300 Millionen Euro auf zwei Milliarden Euro steigen. Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer sieht sich gut gerüstet für das Duell mit Weltmarktführer Nike.

"Wir haben eine Menge Munition, um zurückzuschlagen", sagte er am Donnerstag. Auch neue Laufschuhe sollen dem Branchenzweiten bei der Aufholjagd helfen.

"Wir machen gute Fortschritte mit den wichtigsten strategischen Initiativen auf dem Weg zu unseren Zielen für 2015", betonte Hainer. Bis dann sollen der Umsatz auf 17 Milliarden Euro und die Rendite auf elf Prozent steigen, im laufenden Jahr erwartet Hainer gut 15 Milliarden Euro und 8,5 Prozent. An der Börse kamen die Prognosen gut an: Die Adidas-Aktie war mit einem Plus von vier Prozent einer der größten Gewinner im Leitindex Dax. "Von nun an rechnen wir mit einer Serie positiver Nachrichten, die sich über die kommenden Monate erstrecken sollte", erklärte DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm.

Im dritten Quartal drückte der starke Euro erneut auf Umsatz und Gewinn. Die Erlöse schrumpften um sieben Prozent auf 3,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt wären sie stabil geblieben. Das Betriebsergebnis sank um sechs Prozent auf 463 Millionen Euro, der Überschuss um acht Prozent auf 316 Millionen Euro. Wichtige Auslandsmärkte für Adidas sind Russland, Japan, Brasilien und Argentinien, wo die jeweiligen Währungen zum Euro an Wert verloren haben. Das schmälert die dort erzielten Einnahmen - nach Umrechnung. "In den ersten neun Monaten haben Währungseffekte 500 Millionen Euro unserer Umsätze zunichte gemacht", erklärte Hainer. Finanzgeschäfte zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen bringen nach Worten von Finanzvorstand Robin Stalker nur wenig. Adidas sichere sich nur gegen Dollar-Schwankungen im Einkauf ab. Die meisten Lieferanten kommen aus Asien. Zahlreiche deutsche Firmen leiden derzeit unter dem starken Euro. Einige reagieren darauf, indem sie mehr in den Abnehmerländern produzieren.

Im Vergleich zu Nike bleibt bei Adidas mehr Gewinn vom Umsatz übrig. Die Brutto-Marge stieg um 1,9 Prozentpunkte auf 49,3 Prozent, bei Nike liegt sie bei 44,9 Prozent. Die Herzogenauracher verkaufen viel im lukrativen Einzelhandelsgeschäft statt über den Großhandel.

Mieses Wetter vertreibt Golfspieler

Zu den schwersten Belastungen im operativen Geschäft zählten für Adidas die schlechte Golfsaison in den USA und der verpatzte Start eines Vertriebszentrums in Russland. Das schlechte Wetter bremste viele Golfspieler, was der Konzernmarke TaylorMade-adidas Golf zusetzte. Deren Erlöse brachen um fast 26 Prozent ein, Adidas musste vor dem Winter mit Preisnachlässen die Lager räumen. Insgesamt gingen die Umsätze in der wichtigen Region Nordamerika um zehn Prozent zurück, obwohl die lange kriselnde US-Tochter Reebok sich mittlerweile im Fitnessgeschäft etabliert.

Weil das neue Vertriebszentrum nahe Moskau nicht rechtzeitig in die Gänge kam, konnte Adidas die Kundschaft in seinem drittwichtigsten Markt Russland nur eingeschränkt beliefern. Die Panne hatte den Ausschlag dafür gegeben, das Hainer im September nach den Umsatzerwartungen auch die Gewinnziele für das Gesamtjahr kassierte. Der nun geplante Gewinnzuwachs auf 820 bis 850 Millionen Euro wäre aber noch immer ein Rekord.

Während Adidas im Gegensatz zu Nike in nordamerikanischen und europäischen Ländern Einbußen hinnehmen musste, übertrumpften die Deutschen den US-Konzern im dritten großen Markt China. Hier legte Adidas um mehr als sechs Prozent zu, während Nike im harten Kampf mit heimischen und internationalen Konkurrenten ein Prozent an Umsatz verloren hatte. Der Branchendritte, der krisengeschüttelte Sportausrüster Puma, präsentiert am Freitag seine Zahlen und seinen neuen Chef Björn Gulden.

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