9 Gründe warum Investments in Peripherieländer riskant bleiben

9 Gründe warum Investments in Peripherieländer riskant bleiben

Länder wie Spanien und Portugal geht es nach drastischen Sanierungsmaßnahmen nun wirtschaftlich bereits deutlich besser. Anleger wittern bereits Morgenluft und haben schon wieder Milliarden in Aktien und Anleihen dieser Märkte gepumpt. Doch jetzt rät eine Studie von Franklin Templeton zur Vorsicht. Neun Gründe dafür

1. Anleihenrenditen auf beispiellosem Tief
Im Falle Spaniens sind die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen Mitte Mai auf ein beispielloses Tief gefallen, das sogar noch deutlich unter dem zu Beginn der Währungsunion 1999 verzeichneten Niveau lag. Ähnlich sah es bei italienischen Anleihen aus. In Portugal sank die Rendite zehnjähriger Emissionen Mitte Mai unter 3%. Der Grund für die Niedrigzinsen: Portugal hatte am 4. Mai den Ausstieg aus dem dreijährigen Rettungsprogramm ankündigte, und zwar ohne das Sicherheitsnetz einer vorsorglichen Kreditlinie. Ein Monat zuvor platzierte Griechenland erfolgreiche eine fünfjährigen Anleihe im Volumen von 3 Milliarden Euro – der erste Vorstoß des Landes auf die Kapitalmärkte seit der ersten Rettungsaktion vor über vier Jahren.

2. Schuldenquote nach wie vor extrem hoch
„Anleger übersehen die Risiken“, warnt Investmentexperte Christopher Molumphy von Franklin Templeton. Vorsicht sei aus verschiedenen Gründen geboten. Zum einen weil die bereits hohen Verschuldungsquoten in den meisten Krisenländern weiter steigen oder nur sehr langsam zurückgehen. Eurostat zufolge betrug die Quote für Irland Ende 2013 fast 124%, für Italien 133%, für Portugal 129% und für Griechenland 175% (gegenüber 157% im Vorjahr).

3. Private sind hoch verschuldet
Zur öffentlichen Verschuldung kommen noch die privaten Schulden, die etwa in Irland besonders hoch sind. Da der Schuldendienst für die Staatsverschuldung hoch bleibt, müssen vermutlich all diese Länder weiterhin hohe Primärüberschüsse erwirtschaften – schon um die in der Eurozone vorgeschriebene 3%-Grenze für das Haushaltsdefizit einzuhalten.

4. Wachstum bleibt schwach
Eine Folge der hohen Schulden: Aufgrund des langwierigen strukturellen Konsolidierungsprozess, gepaart mit einer äußerst niedrige Inflation, dürfte das Wachstum vergleichsweise schwach bleiben. Das wiederum erschwert die Verringerung der Verschuldung - selbst wenn Primärüberschüsse erzielt werden, warnt Templeton in einer Studie.

5. Anleihenrendite dramatisch gesunken
Beispiel Griechenland: Die nominale Rendite für zehnjährige griechische Anleihen war Mitte Mai auf rund 6,2% gefallen, nachdem sie im Mai 2012 Werte um 45% erreicht hatte. Doch selbst dieses Niveau war für ein Land noch schmerzhaft hoch, dem der IWF fürs laufende Jahr nur 0,6% Wachstum prognostiziert und das Deflation verzeichnet (Eurostat zufolge fielen die Preise 2013 um 1%). Berücksichtigt man die niedrigeren Preise, sind die realen (im Gegensatz zu den nominalen) Renditen in ganz Südeuropa sogar höher als vor der Staatsschuldenkrise von 2010.

6. Kümmerliches Wachstum
In Summe zeigt sich im ersten Quartal 2014, dass niedrige Nominalrenditen und Inflation in Griechenland, Italien und anderswo anzeigen, welche starken Auswirkungen empfindliche Sparmaßnahmen auf die wirtschaftliche Struktur eines Landes haben. „Die Maßnahmen mögen zwar die Nerven der Anleger beruhigen.

7. Hohe Arbeitslosigkeit
Doch die Sparmaßnahmen haben auch zu hoher Arbeitslosigkeit und gedämpfter Nachfrage geführt“, so Templeton.

8. gedämpfte Nachfrage
„Das kümmerliche BIP-Wachstum im ersten Quartal verdeutliche, wie zaghaft der Aufschwung in weiten Teilen der Eurozone noch ist.

9. Last der Kredittilgung steigt weiter
Templeton: „Es klaffen weiter große Lücken zwischen tatsächlichem und potenziellem Wachstum. Und die niedrige Inflation bedeutet, dass die Tilgungslast für Haushalte, Unternehmen und Regierungen real weiter steigt.“ Die geringen Risikoaufschläge für Anleihenzeichner dieser Länder sind damit jedoch derzeit zu niedrig, resümiert Templeton.

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