40 bis 100 Milliarden Euro... und Spaniens Banken sind gerettet

40 bis 100 Milliarden Euro... und Spaniens Banken sind gerettet

Mit mindesten 40 Milliarden Euro könnten die spanischen Geldhäuser laut IWF den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen widerstehen. Für weitere Kosten könnte sich der Bedarf aber bis auf das Doppelte erhöhen. Mit dieser Schätzung machte der IWF den Weg frei für einen raschen Antrag Spaniens auf Hilfen des Euro-Rettungsschirms EFSF.

Erwartet wird, dass Spanien noch am Wochenende einen EFSF-Hilfsantrag stellt. Minister und Notenbanker mahnten eine rasche Lösung an und warnten Spanien, nicht weiter auf Zeit zu spielen. "Die Lösung wird schnell erfolgen müssen", sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker Deutschlandradio Kultur.

Die nach einem Stresstest geschätzten 40 Milliarden Euro dürften nicht reichen, um auch noch Kosten für faule Kredite und den Umbau von Instituten abzufedern, teilte der IWF weiter mit. Mit zusätzlichem Kapitalbedarf für diese Puffer wäre der Kapitalbedarf eineinhalb Mal bis doppelt so groß, sagte ein IWF-Vertreter. Der IWF-Bericht gilt als zentral für die Gestaltung eines Hilfsantrags. Nach wochenlangem Ringen mit den Finanzmärkten war die Madrider Regierung eingeknickt und wollte Kreisen zufolge noch am Wochenende den Antrag einreichen.

Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds für Spaniens hoch verschuldete Banken sollen nach Angaben eines EU-Vertreters mit einer Obergrenze von 100 Milliarden Euro versehen werden.

Die Bonitätswächter der US-Ratingagentur Moody's schlugen schon im Vorfeld des erwarteten Antrags Alarm. Sollte Spanien den Rettungsschirm für seine Banken in Anspruch nehmen, werde Moody's den Bedingungen entsprechend Ratinganpassungen vornehmen, teilte die Agentur am Freitag mit.

Deutsche Bundesbank stellt klar

Deutschlands Bundesbank-Präsident Weidmann empfahl Spanien, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, wenn es das Geld zur Bankenrettung nicht aufbringen könne. "Die Devise darf nicht sein, bloß nicht unter den Rettungsschirm zu gehen", sagte er der "Welt am Sonntag". "Auf das Einspringen der Notenbank zu hoffen, damit keine Auflagen erfüllt werden müssen, ist der falsche Weg", warnte Weidmann. Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler drückte aufs Tempo. "Wenn Spanien bei der Bankenstabilisierung Hilfe benötigt, sollte es diese zügig bei der EFSF beantragen", sagte er der "Rheinischen Post" vom Samstag. Der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder zeigte sich überzeugt, dass Spanien diesen Schritt tun wird. "Ich bin mir sicher, dass Spanien einen Antrag an den Rettungsschirm EFSF zur Bankenrekapitalisierung stellen wird", sagte Kauder der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Die spanische Regierung hatte angekündigt, erst nach dem IWF-Bericht sowie einer für den 21. Juni angekündigten weiteren Studie über einen Hilfenantrag zu entscheiden. Der IWF gab seine Ergebnisse, die sich nach Angaben spanischer Regierungsvertreter weitgehend mit denen des zweiten Berichts decken dürften, aber schon am Freitag statt wie angekündigt am Montag bekannt. Damit gibt es eine Zahlenbasis für einen Antrag. Nach Angaben des sozialistischen Abgeordneten Eduardo Madina konsultierte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Samstag morgen Sozialistenchef Alfredo Perez Rubalca.

Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bezeichnete die Finanzmisere der spanischen Geldhäuser als lösbar. Spanien habe ein ganz spezifisches Problem mit den Banken, die nach dem Kollaps des Immobilienmarktes in einer schwierigen Phase seien, sagte Schäuble der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag. "Aber das lässt sich Schritt für Schritt lösen", fügte Schäuble hinzu.

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