Ausgeträumt: "eDreams" Aktie raselt in den Keller

British Airways und Iberia ziehen ihre Angebote von drei Webseiten des Online-Reiseportals eDreams Odigeo zurück. Grund: Die intransparenten Preisangaben der Opodo-Mutter verstoßen gegen Gesetze. Die eDreams Odigeo Aktie brach daraufhin an der Börse in Madrid um fast 60 Prozent ein. Die Börsenaufsicht setzte die Papiere vom Handel aus.

Ausgeträumt: "eDreams" Aktie raselt in den Keller

Erst im April ist das spanische Unternehmen eDreams Odigeo, zu dem unter anderem das in Deutschland und Österreich gut genutzte Online-Reiseportal Opodo gehört, an die Börse gegangen. Der IPO galt als Zeichen des Aufschwungs der spanischen Wirtschaft nach einer mehrjährigen Rezession. Zum Börsenstart wurde der der Wert des Unternehmens mit gut einer Milliarde Euro beziffert, die Eigentümer erhielten aus der Emission rund 376 Millionen Euro.

Bis Ende Juni entwickelte sich die Aktie relativ unspektakulär. Dann kam allerdings der erste große Knick. Das Unternehmen erklärte, dass ihm der immer härter werdende Wettbewerb zu schaffen macht. Das Papier rutschte daraufhin binnen eines Monats von 9,50 Euro auf 3,60 Euro ab. Am Tag des IPO lag der Ausgabepreis bei 10,25 Euro. In der Folge verlor die Aktie weiter an Boden. Mit 20. Oktober war der vorläufige Tiefststand von 2,30 Euro erreicht. Nun folgte der nächste Tiefschlag für die Aktionäre. Die Fluglinien British Airways und Iberia haben erklärt, den Handel über drei zu eDreams Odegio gehörender Internet-Plattformen wegen intransparenter Preisangaben zu stoppen. In der Folge verlor das Papier weitere 60 Prozent seines Werts und wurde vom Handel an der Börse ausgesetzt.

Alb-Traumreise eines Unternehmens

Für die Aktionäre der ersten Stunde ist der erneute Absturz eine Katastrophe, allerdings kommen die Vorwürfe der Intransparenz nicht unerwartet und in Börsenkreisen galt das eDreams Odiego Papier ohnehin als Zocker-Papier, zumal aus den Einnahmen aus dem IPO die hohen Schulden des Unternehmens nur zu einem Teil abgebaut werden konnten.

Zu Odigeo gehören neben Opodo (Deutschland, Großbritannien und Frankreich) auch die Marken eDreams (Spanien, Italien, Portugal), Travellink (Skandinavien) und GO Voyages (Frankreich).Opodo, das in Österreich am bekannteste Portal des Unternehmens, gehört erst seit Februar 2011 zum Unternehmen. Das Portal wurde damals um 450 Millionen Euro übernommen. Odigeo beschäftigte den Angaben zum IPO zufolge mehr als 1.500 Mitarbeiter und zählte 14 Millionen Kunden. Der Verkaufsstopp der British Airways und der Iberia treffen vorerst die Portale eDreams in Spanien, Opodo in Frankreich und die Seite eDreams.com.

Überraschend kommen die Vorwürfe der Intransparenz nicht. Bereits im März 2011 wurde das Unternehmen einmal von der italienischen Kartellbehörde wegen Intransparenz abgestraft. eDreams wurde zu einer Zahlung von 135.000 Euro verurteilt, Opodo Italia musste 25.000 Euro zahlen. Kritisiert wurde, dass die Portale den Kunden unzulängliche Informationen über Versicherungen für Reisende und Kosten der Kreditkartenzahlungen geliefert haben.