Apple stellt seine Uhr auf eine neu Ära ein

Apple stellt seine Uhr auf eine neu Ära ein
Apple stellt seine Uhr auf eine neu Ära ein

Mehr als eine Uhr: Für Apple-CEO Tim Cook soll die Apple-Uhr auch ein starker Erlösbringer werden.

Heute Abend gibt Apple mehr Details zu seiner im Herbst angekündigten "Apple Watch" bekannt. Dem Unternehmen soll das Gadget kräftige Erlöse bringen. Was von der Computeruhr zu erwarten ist. Der Börsenkurs der Apple-Aktie hat zuletzt leicht nachgegeben. Seit März 2014 hat das Papier allerdings um 66,9 Prozent zugelegt.

Wien. Die Messlatte für eine echte Überraschung liegt für Apple hoch: Der koreanische Elektronikhersteller LG hat vorige Woche auf dem Mobile World Congress 2015 in Barcelona eine Computeruhr präsentiert, mit der Nutzer auch telefonieren können sowie Autos und auch Wohnungstüren öffnen. "Knight Rider" lässt grüßen. Schon 1982 hatte der Serienstar David Hasselhoff seinen Partner und Sportwagen K.I.T.T. via Armbanduhr gerufen.

Wandelt Apple nun auch auf den Spuren von "Knight Rider"? Wird es heute der große Wurf, der Apple auch künftig neue Erlöse und Gewinne beschert? Geht es nach Apple, so soll heute jedenfalls eine neue Ära eingeläutet werden. Mit einer Computeruhr fürs Handgelenk - "One more Thing" hieß es zur ersten Präsentation im Herbst 2014 - will Apple seinen nächsten Coup landen. Und nach langsamem Start soll die Apple Watch ab 2016 ein Topseller werden. Die Apple-Uhr soll mehr als ein Zeitmesser oder Mode-Accessoire werden. Ganz im Sinne der Apple-Produktphilosophie soll es ein Teil des sogenannten Apple-Ecosystems werden. Soll heißen: Der Kunde soll sich auch mit der Apple-Uhr wie mit iPhone, iPad, Mac-Computer oder iPod ohne medialen Bruch in die AppStores einwählen können. Die Uhr soll außerdem auch mit den „Schwester-Geräten“ Daten austauschen, empfangen und senden können.

Gleichzeitig wird Apple auch zu seinem Bezahlsystem Apple Pay neue Details bekanntgeben.

Im Herbst 2014 wurde das Gerät in drei Varianten – einem Standardmodell aus Edelstahl, einer Sportuhr und einer edlen Ausführung - als Gadget angekündigt. Der Nutzer soll nicht nur E-Mails oder Kurznachrichten abrufen und senden, sondern vor allem nützliche Anwendungen - wie etwa Gesundheitssoftware - nutzen.

Apple wird auch hier den leichten Zugang zum Appstore schaffen, um nebenbei zusätzliche Umsätze zu lukrieren. Pulsmessung, Blutzuckermessung, Fitnessdaten, zurückgelegte Wegstrecke sind nur ein Teil dessen, was Apple im Grundsortiment der Health-Care-Apps angekündigt hat. Und mit der Software HealthKit will der US-Konzern auch Software-Lieferant für Spitäler und Gesundheitszentren werden. Hier ist Apple allerdings auch mit starker Konkurrenz von Samsung und Google konfrontiert, die ähnliche Programme bereits im Gesundheitswesen testen.

Getrieben zum Erfolg

Apple ist trotz seiner hervorragenden Performance auch getrieben zu Erfolg und Innovation. Und starker Konkurrenz ausgesetzt. Sony, Huawei, LG, Motorola, Samsung, Pebble sind Hersteller, die bereits Computeruhren fürs Handgelenk auf den Markt bringen. Und Apple muss außerdem seinen verwöhnten Aktionären neue Erlösströme präsentieren. Denn der Umsatz mit iPods ist rückläufig, brachte aber immerhin noch rund 400 Millionen Dollar im vorigen Quartal. Auch der iPad-Verkauf ist zuletzt massiv zurückgegangen. Cashcow ist eindeutig das iPhone, das schon weit über die Hälfte zum Umsatz beiträgt.

Das Einsteigermodell der Apple-Uhr soll unbestätigten Angaben zufolge in Europa 349 Euro kosten. Ein Edel- bzw. Luxusmodel von Apples Watch soll ab 4000 Euro erhältlich sein. Für die ganz edlen Gemüter soll Apple auch eine goldene Uhr zum Preis von 20.000 Dollar im Portfolio haben. Apples Uhr soll in der teuren Version jedenfalls das teurer sein als jedes andere Produkt, das der Konzern bisher in seiner Standardversion je im Angebot hatte – also teurer als jeder Mac-Computer.

Achillesferse der Apple-Uhr – im Übrigen wie die Computeruhren der Konkurrenz – ist der Akku. Apple gibt eine Betriebsdauer von bis zu 19 Stunden an. Huawei und LG haben bei ihren Uhren bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit angegeben. Bei intensivem Betrieb soll sich die Betriebsdauer jedoch massiv absenken.

So teuer wie nie

Der US-Konzern hat im abgelaufenen 4. Quartal einmal mehr ein Rekordergebnis einfahren. Mit einem Umsatz von 74,6 Milliarden Dollar konnte ein Zuwachs um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erzielt werden. Der Gewinn ist um 38 Prozent im selben Zeitraum auf 18 Milliarden Dollar (16,01 Milliarden Euro) gestiegen. Allerdings steht Apple im Visier der Kritik. Durch Steueroptimierungen hat der Konzern seine Steuerlast massiv abgesenkt. Alleine in Luxemburg soll Apple weniger als fünf Prozent Steuern abführen. Fürs Image hat sich Apple hier in ein dubioses Licht gerückt.

Allerdings: Apple notiert derzeit mit einem Börsenwert von 737 Milliarden Dollar und ist somit das teuerste Unternehmen der Welt. Im Jahresabstand haben die Apple-Papiere um 66,9 Prozent auf nun 126,9 Prozent zugelegt. Die Aktie notiert derzeit bei 126,60 Dollar. am 23. Februar erreicht der Börsenkurs einen Allzeithöchstwert von 133 Dollar. 41 Analysten geben eine Kaufempfehlung, 15 auf "halten", nur zwei Experten raten zum Verkauf der Papiere.

Neue Erlösquelle

Den Aktionären dürften die Steuereskapaden,aber auch die zuletzt gegen Apple verhängten Strafzahlungen wegen Patentverletzungen egal sein. Sie lechzen nach neuen Erlösquellen. Die Cashcow ist das iPhone mit einem Umsatzanteil von 69 Prozent am Gesamtumsatz. Der iPhone-Umsatz wurde um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 51,1 Milliarden Dollar gesteigert.

Umsatzbringer Nummer zwei ist das Tablet-Computer iPad mit einem Anteil von 12,0 Prozent am Gesamterlös. Allerdings sind die Umsätze im Jahresabstand rückläufig. Im vergangenen Quartal ging der iPad-Umsatz um 22 Prozent zurück.

Die Computersparte (Mac, Mac Books Pro) hat sich wieder etwas erholt. Der Umsatz mit dem einstigen Kerngeschäft von Apple wurde um 9 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar gesteigert. Die Computer-Sparte trägt immerhin 9 Prozent des Gesamtumsatzes.

Unter der Rubrik Services verbucht Apple unter anderem die Umsätze von iTunes und Software des AppStores. Auch hier hat der US-Konzern einen Zuwachs von 9 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zu verzeichnen, was 6 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Alleine 2,6 Milliarden Dollar Umsatz erzielt Apple mit iTunes.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt