18 Milliarden Dollar: Historischer Allzeit-Rekordgewinn für Apple

18 Milliarden Dollar: Historischer Allzeit-Rekordgewinn für Apple
18 Milliarden Dollar: Historischer Allzeit-Rekordgewinn für Apple

Die Quartalszahlen belegen eindeutig: Das Apfel-Logo hat noch immer Biss.

Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt, präsentiert die Zahlen für das lukrative Weihnachtsquartal. Der Erfolg des iPhone 6 hat Apple Rekordzahlen im Weihnachtsgeschäft beschert. Der Gewinn im vergangenen Vierteljahr erreichte 18 Milliarden Dollar - soviel hat noch kein anderes Unternehmen in einem Quartal verdient. Für Apple war das ein Sprung von über 38 Prozent im Jahresvergleich. 5 Dinge, die jetzt für Investoren wichtig sind.

Apple (ISIN: US0378331005), das wertvollste Unternehmen der Welt gibt die Ergebnisse für das erste Quartal seines Fiskaljahres bekannt. Und es sind, wie Analysten erhofft hatten, Rekordzahlen. Der Konzern verkaufte 74,5 Millionen iPhones nach 51 Millionen vor einem Jahr. Der Umsatz in dem Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal wuchs vor allem dadurch um fast 30 Prozent auf 74,6 Milliarden Dollar.

In drei Monaten blieb Apple unter dem Strich ein Gewinn von 18 Milliarden Dollar übrig. So viel hat noch kein US-Unternehmen in einem Quartal verdient. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich, die Aktie sprang nachbörslich um rund 5 Prozent hoch. Mit 635,7 Milliarden Dollar ist das Unternehmen am Börsenwert gemessen die Nummer 1. Die größeren iPhones und die dünneren iPads haben den Erfolgslauf des Unternehmens also prolongiert.

Der Vergleich

Apples Gewinn ist somit drei Mal so hoch, wie der aktuelle Quartalsprofit der IT-Giganten Microsoft (5,9 Milliarden Dollar) oder Google (das mit rund 5 Milliarden Dollar rechnet). Der Quartalsgewinn ist größer als das Bruttonationalprodukt des Jahres 2013 von Ländern wie Bosnien-Herzegowina (17,8 Milliarden Dollar), Jamaika (14,3 Milliarden Dollar), Island (15,3 Milliarden Dollar), Albanien (12,9 Milliarden Dollar), Mozambique (15,3 Milliarden Dollar) oder Armenien (10,4 Milliarden Dollar).

Mit einer Zahlung könnte Apple auch die Schuldensumme von Detroit abbezahlen, mit der die einstige Industrie-Metropole in Konkurs geschlittert war. Der Ölkonzern Exxon Mobil war bisher das einzige Unternehmen der Top-5 im Dow Jones das seit dem Jahr 2011 mehr als zehn Milliarden Dollar Quartalsgewinn verbuchen konnte. Apples Quartalsgewinn war außerdem größer als der Jahresgewinn von 373 Unternehmen, die im Standard & Poor's 500 Index gelistet sind.

Slideshow: Apples größte Erfolge.

Im Oktober hatte Apple-CEO Tim Cook das beste Weihnachtsquartal in der Unternehmensgeschichte versprochen: Der Umsatz sollte von 63,5 Milliarden Dollar auf 66,5 Milliarden Dollar steigen; 38 von Bloomberg befrage Analysten prognostizieren nun einen gar noch höheren Apple-Umsatz von geschätzten 67,5 Milliarden Dollar sowie einen Rekordgewinn von 15,4 Milliarden Dollar. Alles Zahlen, die nun deutlich übertroffen wurden.

"Unsere außergewöhnlichen Ergebnisse haben für ein EPS-Wachstum von 48 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr und einen Barmittelzuwachs aus dem laufenden Geschäft in Höhe von 33,7 Milliarden US-Dollar während des letzten Quartals gesorgt", sagt Luca Maestri, CFO von Apple. "Wir haben über acht Milliarden US-Dollar in unser Kapitalrückflußprogramm investiert, die kumulierten Zahlungen betragen knapp 103 Milliarden US-Dollar, davon allein mehr als 57 Milliarden US-Dollar in den letzten zwölf Monaten."

Apples Aufsichtsrat hat eine Bardividende von 0,47 US-Dollar pro Stammaktie bekannt gegeben. Die Dividende wird zum 12. Februar 2015 an jene Aktionäre ausbezahlt, die am Ende des Geschäftstages des 9. Februar 2015 Stammaktien besitzen.

Doch das Unternehmen aus Cupertino hat auch seine Baustellen. Der Finanz-Informationsdienst Bloomberg hat fünf Punkte identifiziert, auf die Marktbeobachter derzeit besonders achten.

1. China und das iPhone 6

Eine starke Nachfrage nach den neuen Smartphones iPhone 6 und iPhone 6 Plus in China. Dort schossen die Umsätze um 70 Prozent in die Höhe, dennoch blieben die USA der wichtigste Markt für das iPhone. Apple gehe nicht davon aus, dass sich die abschwächende Konjunktur im Reich der Mitte negativ auf das Unternehmen auswirken dürfte. Ein Grund für den Erfolg Apples in China ist die Partnerschaft mit China Mobile, dem größten Mobilfunkanbieter der Welt.

Das vergangene Quartal war das erste, in dem die neuen Geräte über die volle Drei-Monats-Periode hinweg verkauft wurden. Sie sind nicht nur schneller und größer, sondern auch teurer als die Vorgängermodelle: Im vergangenen Quartal kostete das durchschnittliche iPhone 668 Dollar, im Vergleich zu 637 Dollar im Vorjahr. Die Mehrkosten von gut 30 Dollar pro Gerät haben positiv im Ergebnis aufgeschlagen. Aber: Ohne China und den höheren Verkaufspreis erscheint die Verkaufsbilanz nicht mehr ganz so golden.

2. Wechselkurse

Der starke Dollar macht Apple-Managern das Leben anhaltend schwer. Im Dezember stoppte der Konzern den Online-Vertreib in Russland. An diesem Tag verlor der Rubel gegenüber dem Dollar um 19 Prozent an Wert. In verschiedenen Märkten, darunter Europa, wurden die Preise für Apps angehoben. Im vierten Fiskalquartal 2014 kam mehr als die Hälfte des Apple-Umsatzes von außerhalb der USA; im vergangenen Quartal dürfte es hier einen starken Gegenwind gegeben haben.

3. Mac oder iPad?

Im vierten Fiskalquartal 2014 erwirtschaftete Apple zum ersten Mal seit Mitte 2011 mehr Umsatz mit Mac-Computern und –Laptops als mit iPads. Der Absatz von Macs stieg dank starker Nachfrage unter Studenten um 19 Prozent, während der Absatz von iPads in drei aufeinanderfolgenden Quartalen nachließ. Die digitale Schiefertafel, die Steve Jobs im Jahr 2010 als Revolution für das mobile Arbeiten präsentierte, leidet unter einem gesättigten Markt. Analysten glauben, dass sich dieser Trend in der Weihnachtssaison fortgesetzt hat: Im Schnitt rechnen sie, dass der Verkauf von Macs um 14 Prozent zulegte, während der Absatz der iPads um 15 Prozent nachließ.

4. Apple Pay

Im Oktober hat Apple mit dem Rollout seines mobilen Bezahldienstes „Apple Pay“ begonnen – und sich damit nicht nur Freunde gemacht. Denn es gibt bereits Marktteilnehmer, sie sich bedroht fühlen. Unter anderem hat der Handelsriese Wal-Mart gemeinsam mit Partnern die Lösung „CurrentC“ im Angebot. Dennoch scheint Apple schnell an Land zu gewinnen: Laut Marktforscher ITG hat Apple Pay sechs Wochen gebraucht, um im digitalen Bezahlgeschäft ein Prozent Marktanteil zu ergattern. Zum Vergleich: Google Wallet brauchte drei Jahre für das Erreichen von vier Prozent Marktanteil.

5. Überhöhte Erwartungen

Vom wertvollsten Konzern der Welt wird erwartet, dass er jedes Quartal die vorherigen Ergebnisse übertrifft – und das kann auf lange Sicht nicht gut gehen. Druck wird dabei unter anderem von Milliardär Carl Icahn ausgeübt, nach dessen Ansicht die Apple-Aktie 203 Dollar wert sein sollte – aktuell sind es 113,10 Dollar.

Verstärkt werden die Erwartungen durch den bevorstehenden Verkaufsstart für die Apple Watch im nächsten Quartal. Die. Dadurch wird die Aufmerksamkeit der Investoren wohl auch auf die Prognose für das zweite Fiskalquartal gelenkt, das im März endet. Analysten erwarten ausgelöst von der Apple Watch einen weiteren Umsatzanstieg von 45,7 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 53,7 Milliarden Dollar. Apples eigene Prognose könnte aber lascher ausfallen – wegen der erwähnten Wechselkurs-Turbulenzen, fallender iPad-Verkaufszahlen und Markteinführungskosten für die neue Apple Watch.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt