Alibaba und das Reich der Träume: Aktie stürzt ab

Alibaba und das Reich der Träume: Aktie stürzt ab

Alibaba-Gründer und CEO Jack Ma drüften die jüngsten Ergebnisse nicht erfreuen. Die Aktie stürzt ab.

Die chinesische Online-Company Alibaba konnte den Umsatz um rund 40 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn ist allerdings um satte 28 Prozent zurückgegangen. Alibaba ist wegen Sicherheitsmängel im Visier der staatlichen Handelskommission Chinas. Der Online-Riese soll nicht genügend Vorkehrungen gegen illegale Geschäfte auf seiner Online-Platform treffen. Alibaba wird dennoch ein großes Wachstumspotenzial prognostiziert. Die Aktie geht auf Talfahrt.

Trotz satter Zuwächse hat der chinesische Online-Riese Alibaba die Erwartungen enttäuscht. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar, aktuell umgerechnet 3,7 Mrd. Euro. Die am Donnerstag vorgelegten Ergebnisse verfehlten allerdings die Prognosen von Analysten, die mit einem noch höheren Zuwachs gerechnet hatten. Die Aktie hat sofort auf die ungünstigen Ergebnisse reagiert: Der Aktienkurs ist in New York gleich zu Handelsbeginn um 10,5 Proeznt (bis 17 Uhr MEZ) eingebrochen.

Auch fiel der Gewinn unerwartet um 28 Prozent auf 964 Mio. Dollar, was Alibaba mit Sonderausgaben erklärte. Die Vorlage der Geschäftsergebnisse kurz vor dem Handelsauftakt am Aktienmarkt in New York wurde außerdem überschattet von einer Kontroverse um schwere Vorwürfe der Aufsichtsbehörden in China gegen die weltgrößte Online-Handelsplattform. Nach ersten Verlusten am Vortag gab der Kurs nach dem neuerlichen Dämpfer durch die Quartalszahlen im vorbörslichen Handel noch einmal kräftig nach.

Besonders stark konnte Alibaba das Geschäft über mobile Geräten steigern, wie aus den Ergebnissen hervorging, die Alibaba am Firmensitz im ostchinesischen Hangzhou präsentierte. Der mobile Umsatz war mit einer Mrd. Dollar über fünf Mal höher (plus 448 Prozent) als ein Jahr zuvor.

Vier Monate nach dem fulminanten Börsengang von Alibaba herrschte trotz der stolzen Zuwächse aber alles andere Partystimmung. Die Staatliche Kommission für Industrie und Handel (SAIC) in Peking hatte am Vortag einen Bericht veröffentlicht, wonach Alibaba nicht genug gegen gefälschte Produkte und "illegale Geschäfte" unternehme. "Alibaba steht nicht nur vor der größten Vertrauenskrise seit seiner Gründung, sondern übt auch schlechten Einfluss auf andere Internetunternehmen aus, die legal agieren wollen", hieß es.

Nicht objektive Schlüsse

In ungewöhnlich offenen Worten wies der Alibaba-Marktplatz Taobao die Vorwürfe zurück und unterstellte dem Leiter der SAIC-Untersuchung, Liu Hongliang, eine "unangemessene Vorgehensweise" und "nicht objektive Schlüsse", die rufschädigend seien. Eine formelle Beschwerde werde eingelegt. Später wurde aber auch verkündet, dass eine 300-köpfige Arbeitsgruppe zum Kampf gegen Raubkopien gegründet werde.

Vor dem Hintergrund der Kritik kündigte das Handelsministerium an, das Online-Geschäft stärker kontrollieren und die Vorschriften verschärfen zu wollen. Es gehe darum, einen sicheren und verlässlichen Markt für Verbraucher zu schaffen, sagte Ministeriumssprecher Shen Danyang.

Die wirtschaftlichen Aussichten für Alibaba sind aber weiter gut, da Marktforscher enormes Wachstumspotenzial sehen. Der Online-Markt allein in China dürfte sich von 2,76 Billionen Yuan im vergangenen Jahr auf 5,6 Billionen Yuan (heute umgerechnet 796 Mrd. Euro) bis 2017 verdoppeln, erwarten Experten von iResearch.

Das Investmenthaus Daiwa in Hongkong rechnet damit, dass der Anteil der Online-Käufe in China bis 2020 auf 24 Prozent ansteigen wird. Treibende Kräfte seien die wachsende Zahl der Käufer und steigende Ausgaben, mobile Einkäufe und Expansion in neue Geschäftsbereiche. Auch werde die Landbevölkerung mehr als bisher online kaufen.

Alibaba hatte am 19. September den bisher größten Börsengang gestemmt und an der New York Stock Exchange rund 25 Mrd. Dollar eingesammelt. Seitdem ist der Aktienkurs um rund 45 Prozent gestiegen. Alibaba ist nach Börsenwert an Wettbewerbern wie Amazon oder Ebay vorbeigezogen. Die wichtigsten Handelsplätze des Konzerns sind Taobao und Tmall. Taobao ist eine Art riesiges Internetkaufhaus für Kleinanbieter. Tmall bietet Unternehmenskunden eine Plattform.

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