Adidas hat einen neuen Teamchef: Aktie geht durch die Decke

Adidas hat einen neuen Teamchef: Aktie geht durch die Decke

Kasper Rorsted wechselt das Team, der Ex-Vorstandsvorsitzende von Henkel wird nun zum Teamchef des Sportartikel-Herstellers Adidas. Deren Aktionäre sind begeistert, die Adidas-Aktie verzeichnet den größten Kurssprung seit sieben Jahren.

Adidas (ISIN: DE000A1EWWW0) holt seinen künftigen Chef vom Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel (ISIN: DE0006048432). Dessen Vorstandsvorsitzender Kasper Rorsted werde Herbert Hainer bereits am 1. Oktober an der Konzernspitze ablösen, teilte der Sportausrüster am Montag mit. Der 53-jährige Däne, der sich im April bei Henkel verabschiedet, wird bereits am 1. August Mitglied des Adidas-Vorstands.

Adidas-Aktien heben ab

Die Aktien von Adidas stiegen am Montag zeitweise um mehr als zwölf Prozent auf ein Sieben-Wochen von 94,22 Euro - der größte Kurssprung seit mehr als sieben Jahren. Henkel brachen dagegen um bis zu 5,9 Prozent ein. Das ist der größte Kursrutsch seit den Börsenturbulenzen vom vergangenen Sommer. Mit 87,95 Euro waren die Titel des Konsumgüter-Produzenten so billig wie zuletzt vor vier Monaten.

"Rorsted ist ein guter Mann", sagte ein Börsianer. Schließlich habe er die Ertragskraft von Henkel verbessert und dadurch den Aktienkurs in die Höhe getrieben. Seit seinem Amtsantritt als Chef im April 2008 hat sich der Aktienkurs des "Persil"-Anbieters mehr als verdreifacht. Der Dax legte im gleichen Zeitraum weniger als 50 Prozent zu. Insgesamt war Rorsted elf Jahre bei Henkel, davon acht Jahre als Vorstandsvorsitzender.

Die Entwicklung von Henkel (schwarz) im Vergleich zum Dax (grün) seit April 2008.

Hainer ist bei der Fußball-EM noch dabei

Der 61-jährige Hainer verlässt den Herzogenauracher Sportausrüster damit früher als erwartet. Er hatte vor knapp zwei Jahren angekündigt, seinen Vertrag nur noch bis zum Frühjahr 2017 zu verlängern. Hainer ist der dienstälteste Chef aller Dax-Konzerne. Die prestigeträchtigen Auftritte der Marke mit den drei Streifen bei der Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli sowie bei den Olympischen Spielen im August wird Hainer damit aber noch begleiten.

Als interne Kandidaten für Hainers Nachfolge galten zuletzt auch Vertriebsvorstand Roland Auschel und Markenvorstand Eric Liedtke. Sie hatten gemeinsam mit Hainer die Strategie von Adidas bis zum Jahr 2020 ausgearbeitet. Bis dann soll der Umsatz Jahr für Jahr durchschnittlich im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen und 22 Milliarden Euro erreichen.

Neuer Chef - alte Baustellen

Trotz fortdauernder Probleme in den wichtigen Märkten in Nordamerika und Russland sah sich Hainer zuletzt wieder auf der Erfolgswelle. "Die Orderbücher sind voll. Ich habe sie noch nie so voll gesehen in meinen 15 Jahren", hatte er im Dezember gesagt. Das brummende Kerngeschäft mit Fußballausrüstungen schiebt die Sorgen von Adidas zunehmend in den Hintergrund.

Dennoch warten auf Rorsted mehrere große Baustellen. Er muss das lange schwächelnde US-Geschäft im Rennen mit dem übermächtigen US-Rivalen Nike auf Vordermann bringen. Die kriselnde Golfsparte wurde von Hainer bereits auf den Prüfstand gestellt. In Russland leidet Adidas trotz anhaltender Beliebtheit bei den Kunden schwer unter der Wirtschaftskrise und dem Kursverfall des Rubels.

Nachfolger aus dem Beauty-Segment

Als Rorsteds Nachfolger zum 1. Mai 2016 wurde Hans Van Bylen ernannt, der seit 1984 bei Henkel tätig ist und als Vorstandsmitglied seit 2005 den Unternehmensbereich Beauty Care verantwortet. "Durch den Wechsel bereits im Frühjahr wird er als neuer Vorstandsvorsitzender die Entwicklung der Strategie leiten, die Henkel Ende dieses Jahres vorstellen und deren erfolgreiche Umsetzung er vorantreiben wird", heißt es auf der Website von Henkel.

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