Börse Wien: Afrika-Kreditspezialist GetBucks mit vier Millionen Dollar Gewinn

GetBucksZentrale in Südafrika

GetBucksZentrale in Südafrika

Kredite bis maximal 2.000 Euro für Afrikaner, die einen fixen Job haben. Das ist das Geschäftsmodell von GetBucks, dessen hoch verzinste Anleihe an der Börse Wien notiert. Jetzt hat das Unternehmen mit österreichischer Co-Beteiligung den Turnaround geschafft. Die nächste Anleihe ist bereits geplant.

Das Geschäftsmodell von GetBucks ist in unseren Breiten ungewöhnlich. Es werden Online-Kredite und Finanzdienstleistungen in einer Höhe von nur maximal 2.000 Euro vergeben. Zielgruppe sind jedoch nicht wohlhabende Europäer, sondern Privatpersonen in Afrika, die seit längerem einen fixen Job haben und sich etwa ihre erste Waschmaschine, eine Ausbildung oder ein Begräbnis für einen Verwandten leisten wollen. Nun hat das 2012 gegründete Unternehmen das erste positiv konsolidierte Ergebnis für das Geschäftsjahr zum 30. Juni 2014 bekannt gegeben. Das Konzernergebnis (Gewinn vor Steuern) beträgt damit nur zwei Jahre nach der Gründung vier Millionen Dollar.

Firma von Mikrofinanzpionieren und C-QUADRAT Vorstand gegründet

Gegründet wurde das Unternehmen von den zwei südafrikanischen Mikrofinanzpionieren John Jonk und Dave van Niekerk. Der Wiener Gründer und Vorstand von C-QUADRAT, Alexander Schütz , ist an GetBucks beteiligt. Schütz: "Auf diese Weise erhalten private Kreditnehmer in diesen Ländern oft erstmals die Chance überhaupt einen Kredit zu bekommen." Das Unternehmen verfügt über 272 Mitarbeiter, 80 davon sind in der Zentrale in Pretoria/ Südafrika beschäftigt. Derzeit ist GetBucks unter anderem in Botswana, Malawi, Kenia, Südafrika, Simbabwe und seit kurzem in Spanien tätig.

Elf Prozent Rendite jährlich

Die gute Geschäftsentwicklung ist auch eine erfreuliche Nachricht für Investoren, die heuer im Frühjahr erstmals eine GetBucks-Anleihe (ISIN AT0000A13ED4 ) in Höhe von 11 Prozent jährlich zeichnen konnten. Anfang August wurde die erste halbjährliche Kuponzahlung in Höhe von 5,5 % geleistet. John Jonk, Chairman von GetBucks: "Wir haben unseren Kunden und Investoren so auf eindrucksvolle Weise beweisen können, dass unser Geschäftsmodell nicht nur profitabel ist, sondern auch stark wächst. Es funktioniert sogar besser als geplant. Die Zahl der Kunden wächst Monat für Monat in zweistelliger Höhe." Derzeit ist die Anleihe jedoch nur noch über den Sekundärmarkt erhältlich.

Moderne Services

Die GetBucks Gruppe hat mittlerweile ihr Angebot erweitert und bietet etwa hochmoderne Services wie mobile Kreditabwicklung. Nach dem jüngsten Markteintritt in Spanien wurde auch der geografischen Fokus erweitert. CEO Dave van Niekerk: "Durch den Ausbau unserer Produktpalette positionieren wir uns als internationale Fintech-Unternehmensgruppe mit Fokus auf Afrika und nun auch Europa."

Nächste Anleihe bereits geplant

Zur Finanzierung der nächsten Expansionsschritte der GetBucks Gruppe soll eine weitere Anleihe in Österreich begeben werden. Die Anleihe soll, wie die erste, wieder attraktiv verzinst werden. "Seither haben sich die Rahmenbedingungen aber maßgeblich verbessert", ergänzt Niekerk. Die Laufzeit wird voraussichtlich zwischen 3 und 5 Jahren betragen. Erhältlich soll die Anleihe über sämtliche Banken und Sparkassen sein.

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