„Bei Anleihen drohen hohe Verluste“

Juan Nevado, Manager der britische Fondsgesellschaft M&G hat Anleihen massiv untergewichtet und versucht das Zinsänderungsrisiko in den USA abzufedern.

Juan Nevado, Manager der britische Fondsgesellschaft M&G, hat Anleihen massiv untergewichtet und versucht das Zinsänderungsrisiko in den USA abzufedern.

Seit Ende April 2015 wurden am Anleihenmarkt Milliarden vernichtet. Juan Nevado, Manager von M&G, glaubt, dass es zu weiteren massiven Verlusten kommen wird. Auf welche Investmentstrategie er setzt.

Die kürzlich erfolgte Korrektur bei Anleihen ist sehr viel tiefgreifender als die Kursverluste der Aktienmärkte in den letzten Monaten, so die Analyse der britischen Fondsgesellschaft M&G. „Bei Bonds müssen Anleger mit den höchsten Verlusten rechnen“, warnt Juan Nevado, Manager des M&G Dynamic Allocation Fund.

Anleihen deutlich untergewichtet

Grund für die vergangene und möglicherweise künftige Verwerfungen am Anleihenmarkt sind die massiven Eingriffe der Notenbanken, die die Preisbildung an den Kapitalmärkten nach wie vor verzerrten. Gefahr droht laut M&G auch, wenn diese Interventionen wieder zurückgenommen werden. Enorme Marktbewegungen könnten dann ebenso die Folge sein.

Überproportionale in Aktien investiert

„Wir haben daher schon seit Ende letzten Jahres klassische Staatsanleihen in unseren Portfolios untergewichtet und halten statt dessen überproportional viele Aktienpositionen“, so der Fondsmanager von M&G.

Kursschwankungen als Einstiegsschance

Auch beim Blick auf den Aktienmarkt haben die Profis ein flaues Gefühl. Das liegt vor allem an den heftigen Kursschwankungen. Dennoch ist M&G optimistisch, was den Aktienmarkt betrifft. "Fundamental hat sich für Aktionäre nichts geändert", resümiert Nevado. In Deutschland werden die Unternehmen immer profitabler, und in Ländern wie Italien und Spanien verbessern sich die Konjunkturdaten. Auch die Wirtschaft in Großbritannien und den USA entwickle sich solide. Die makroökonomischen Bedingungen sehen demnach relativ gut aus, so dass die zurückgekehrte Volatilität gerade bei Aktien interessante Einstiegsmöglichkeiten bieten. "Asien beobachten wir allerdings wegen der Krise in China sehr genau", so Nevado

Investments in Dollar und US-Bank

Die nächsten Turbulenzen für Anleiheninvestoren sind jedoch laut M&G absehbar: Auf der Bondseite müssten sich Anleger jetzt auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed in nicht allzu ferner Zukunft einstellen. Eine klassische Bewährungsprobe für Anleihen: „Aus unserer Sicht sind weite Teile des Marktes für klassische Staatsanleihen mit ihren extrem niedrigen Renditen unattraktiv. Frühere sichere Häfen könnten sich jetzt als ziemlich riskant erweisen“, sagt Nevado. Ein sinnvoller Hedge gegen die Auswirkungen einer US-Zinserhöhung sind aus seiner Sicht der US-Dollar und Investments in US-Banken.

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