Bank Austria fährt Milliardengewinn ein

Bank Austria fährt Milliardengewinn ein

Bank-Austria-Chef Willibald Cernko hat den Dreh heraus: Nur die Töchter in der Ukraine und Ungarn machen noch Sorgen.

Die Österreich-Tochter der UniCredit hat in den ersten neun Monaten 2014 einen Gewinn von 1,192 Milliarden Euro Gewinn erzielt. Die Vorsorgen und Wertberichtigungen auf faule Kredite wurden bis Ende September um mehr als ein Drittel reduziert. Kummer bereiten die Tochter in der Ukraine, aber auch in Ungarn sind noch Sonderkosten zu erwarten. Beim UniCredit-Konzern geht der Personalabbau weiter.

Wien/Mailand. Mit 1,192 Mrd. Euro Nettogewinn hat die Bank Austria die ersten neun Monate 2014 abgeschlossen, rund 6 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen 2013. Zum Vergleich: Die italienische Konzernmutter UniCredit hat bis Ende September in Summe 1,8 Mrd. Euro. Nettogewinn gemeldet.

Die Mailänder Mutter UniCredit hatte im Vorfeld der EZB-Stresstests schon 2013 ihre Bilanz drastisch "ausgeputzt", was im Vorjahr zu einem Rekordverlust von 14 Mrd. Euro geführt hatte. Auch die Tochter Bank Austria hat schon letztes Jahr milliardenschwere Abschreibungen auf Osttöchter vorgenommen, was hier 2013 unterm Strich einen Verlust von 1,6 Mrd. Euro hinterlassen hatte.

Nun gibt es wieder einen Milliardengewinn, trotz Belastungen in einigen Ländern der Region. In der Ukraine schrieb die Bank Austria nach neun Monaten 81,5 Mio. Euro Verlust. Die Ungarn-Tochter ist nach Bank-Angaben weiter positiv, für sie werden rund 12 Mio. Euro Gewinn ausgewiesen. Als Sonderkosten durch die neuen Kreditgesetze in Ungarn buchte die Bank bis September 107 Mio. Euro, teilte ein Sprecher der APA mit.

In Summe sind die Kreditvorsorgen und Wertberichtigungen bei der Bank Austria bis September mit 501 Mio. Euro um 35,5 Prozent geringer ausgefallen - in Österreich sogar um 70 Prozent geringer. Trotz negativer Wechselkurseffekten sei das gesamte Kreditvolumen seit Dezember um 0,8 Prozent auf 115,2 Mrd. Euro gestiegen. Das Wachstum kam aber aus Osteuropa. In Österreich stagnierte die Nachfrage.

Das Betriebsergebnis der Bank Austria kam nach drei Quartalen mit 1,99 Mrd. Euro um 13,3 Prozent unter dem Vorjahr zu liegen. Das lag nach Bankangaben aber vor allem an Währungseffekten, aber auch am vorjährigen Verkauf des türkischen Versicherungsgeschäfts, woraus 2013 Sondererträge geflossen waren.

Für das dritte Quartal 2014 wies die Bank Austria einen Nettogewinn von 416 Mio. Euro aus. Im zweiten Quartal waren es 426 Millionen gewesen und im Auftaktquartal 351 Mio. Euro.

An der Gewinnsteigerung der ersten neun Monate hatte laut Bankmitteilung striktes Kostenmanagement einen großen Anteil.

Konzernmutter setzt den Rotstift an

Der Personalabbau geht indes weiter. Die Konerznmutter UniCredti hat die Zahl ihrer Mitarbeiter europaweit um 2200 reduziert. In ihrer Heimat Italien baute UniCredit in den vergangenen zwölf Monaten 465 Jobs ab, 318 davon allein im dritten Quartal dieses Jahres. Das geht aus der Zwischenbilanz der Bank hervor.

In der gesamten Gruppe sank die Zahl der Filialen um 377 in den letzten zwölf Monaten, im heurigen dritten Quartal verschwanden rund 100 Filialen vom Markt. Die Zahl der italienischen Filialen fiel in den letzten zwölf Monaten um 168 Standorte.

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