Apple mit neuen Wetten zum Aufstieg in den Dow Jones

Apple mit neuen Wetten zum Aufstieg in den Dow Jones

Apple CEO-Chef Tim Cook muss ein Produkt nach dem anderen zu Top-Erlösen führen.

US-IT-Konzern Apple ist mit dem heutigen Handelsbeginn Mitglied im erlauchten Kreis der Unternehmen, die im Dow-Jones-Index zusammen gefasst sind. Ein Schäuferl wird der Kurs alleine deswegen nachlegen. Einige Fonds werden bei dem Dow-Jones-Neuling nachlegen. Analysten zeigen sich nach der Apple Watch begeistert zu den TV-Ambitionen, mit dem Apple rasch Erlöse in Milliardenhöhe schaufeln kann.

New York/Wien. Apple ist nun auch auf dem Papier im erlauchten Kreis der US-Top-Unternehmen angekommen. Das derzeit teuerste börsennotierte Unternehmen ist ab heute auch börsentechnisch auf Augenhöhe mit den 30 wichtigsten US-Unternehmen. Der Leitindex der US-Börsen, der Dow Jones Index , hat mit heutigem Tag mit Apple einen neuen prominenten Wert. Rausgekippt ist dafür das Telekom-Urgestein AT&T.

Apple hält derzeit bei einem Börsenwert von 748,3 Milliarden US-Dollar (701 Mrd. Euro) oder 128,47 Dollar pro Aktie. Und notiert somit rund fünf Dollar unter dem Alltime-High vom 23 Februar 2015 - kurz vor der Präsentation der als neue Cash-Maschine apostrophierten Apple Watch. Doch die Anleger trauen der Computeruhr von Apple noch nicht so richtig neben iPhone und dem Tablet iPad als neuer Umsatzgarant auch die erhofften Umsätze und Gewinne für die Zukunft zu bringen. Der Aktienkurs ist bis zum 11. März schrittweise auf 122,24 Dollar gesunken.

Die neuen Wetten

Erst mit der Aufnahme in den Dow Jones hat der Kurs in den vergangenen drei Tagen wieder leicht zulegen können. Und der Bericht im Wall Street Journal Anfang der Woche, wonach Apple sein seit langem geplantes Fernsehprojekt nun ab Juni 2015 endlich starten möchte, hat der Aktie einen leichten Auftrieb gegeben. Apple TV soll als Bezahldienst zunächst mit 25 TV-Kanälen starten, darunter unter anderem mit den etablierten US-Broadcastern. 30 bis 40 Dollar pro Monat sollen die Kunden für den Dienst zahlen, der somit drei bzw. vier Mal so teuer ist wie der Internet-TV-Dienst Netflix.

Abfederung des Klumpenrisikos

Apple ist Getriebener seines eigenen Erfolgs. Der iPhone-Hersteller hat ein "Klumpenrisiko". Sollten das Smartphone-Umsatz nicht gehalten werden und genauso zurückgehen wie der iPad-Umsatz ist es vorbei mit der Rekordjagd. Apple braucht neue Erlösquellen, um einem drohenden Umsatzrückgang bei den Cashcows entgegen zu steuern und weiterhin von einem zum nächsten Rekordergebnis zu springen. Der iPhone-Umsatz steuert satte 69 Prozent zum Gesamterlös von 74.6 Milliarden Dollar (69,8 Milliarden Euro) und konnte um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 51,1 Milliarden Dollar gesteigert werden.

Der Tablet-Computer iPad hat als Umsatzbringer Nummer 2 geschwächelt. Das iPad erbringt derzeit 12,0 Prozent vom Gesamtumsatz. Im vergangenen Quartal ging der iPad-Umsatz um 22 Prozent zurück.

Die Computersparte (Mac, Mac Books Pro) hat sich wieder etwas erholt und solide entwickelt. Das einstige Hauptgeschäft von Apple ist im Jahresabstand um 9 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar gewachsen. Die Computer-Sparte trägt immerhin 9 Prozent des Gesamtumsatzes.

Unter der Rubrik "Services" verbucht Apple unter anderem die Umsätze von iTunes und Software des AppStores. Auch hier hat der US-Konzern einen Zuwachs von 9 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zu verzeichnen, was 6 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Alleine 2,6 Milliarden Dollar Umsatz erzielt Apple mit iTunes.

"Andere Produkte", wie iPod oder Beats Electronics, steuern 2,6 Milliarden Dollar zum Umsatz bei - unterm Strich um fünf Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Die Vier-Milliarden-Wette

Ersten Berechnungen von Analysten zufolge soll Apple TV ein kapitaler Umsatzbringer werden - und zwar schon im kurzfristigen Zeithorizont. Für den TV-Dienst schätzen die Analysten von Baird Equity Research ein Umsatzpotenzial von vier Milliarden Dollar bis zum Jahr 2018. Zusätzlich erschließt sich via Apple TV ein neuer Vertriebskanal für die Apps.

Neben der Apple Watch ist der TV-Dienst ein notwendiger neuer Erlöskanal auf dem Weg zum Beu eines sogenannten "Apple Auto", das angeblich ab 2020 auf den Markt kommen soll. Allerdings: Ob Apple sich in den kapitalintensiven Bau eines Autos alleine traut, darf bezweifelt werden - trotz des derzeit generösen Kapitalpolsters von angeblich rund 180 Milliarden Dollar.

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