"Wir werden kräftig in den Bondmarkt gehen"

"Wir werden kräftig in den Bondmarkt gehen"

... und "ein Kauffenster von ein bis zwei Monaten öffnen", sagte ein mit den Planungen vertrauter hochrangiger Notenbanker am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Nach dieser Kaufperiode wird die EZB damit aufhören und es wird eine Überprüfungsphase geben. Im Anschluss daran wird entschieden, ob die EZB weiter Anleihen des Landes kauft oder stoppt." Ein zweiter Zentralbanker bestätigte die Informationen. Die EZB wollte sich nicht dazu äußern.

EZB-Präsident Mario Draghi hat zur Bedingung für Eingriffe der Notenbank gemacht, dass ein Land mindestens eine Kreditlinie des Rettungsschirms ESM in Anspruch nimmt. Diese ist an Auflagen geknüpft. Sollte ein Land unter dem Schirm schlüpfen, wie dies möglicherweise demnächst Spanien tun könnte, würde es diese Bedingungen erfüllen müssen, um an Hilfen seiner europäischen Partner zu kommen. Die EZB würde außerdem nach eigenständiger Prüfung zugunsten des Landes intervenieren und nach den Worten Draghis theoretisch "unbegrenzt" Anleihen kaufen. Die Bundesbank ist strikt gegen dieses Vorgehen, wird sich aber Insidern zufolge daran beteiligen.

Keine konkreten Ziele

Die EZB werde keine konkreten Ziele mit ihren Bondkäufen ansteuern, also kein Renditeniveau oder eine bestimmte Höhe der Risikoaufschläge im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen, sagte der Notenbanker. "Wir werden aber sehr kräftig in den Bondmarkt gehen, während das Kauffenster offen ist." Konkrete Volumina nannte er allerdings nicht. Veröffentlicht werden sollen die Details der Interventionen wie beim Vorgängerprogramm jede Woche - zusätzlich zum Volumen sollen weitere Informationen, etwa die gekauften Laufzeiten bekanntgegeben werden. Draghi hatte bereits erklärt, die Zentralbank werde Anleihen mit bis zu drei Jahren Laufzeit erwerben. Er hatte am Donnerstag angedeutet, dass die EZB ein einmal gestartetes Programm immer wieder für Überprüfungen der Fortschritte eines betroffenen Landes unterbrechen würde, aber keine Details genannt.

Während der Überprüfungen - die im Gegensatz zu einem vollen Programm unter Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch lediglich von EU-Vertretern durchgeführt werden könnten und nicht von der Troika aus EU, EZB und IWF - könne der Finanzmarkt einen Preis für die Anleihen des betroffenen Landes bilden, sagte der Notenbanker. Die Gefahr dabei ist allerdings, dass Investoren gegen die durch das Eingreifen der Zentralbank erreichten Renditeniveaus spekulieren könnten. Dann wäre die Zentralbank womöglich zu einem stärkeren Engagement gezwungen, obwohl sie dies gar nicht will. Aus Sicht der Zentralbank gibt es indes drei mögliche Gründe für einen Stop: "Wenn das Land ausreichende Fortschritte macht, wenn es die Bedingungen nicht erfüllt oder wenn die Übertragung unserer geldpolitischen Impulse auf die Wirtschaft des Landes wieder funktioniert", sagte der Notenbanker.

Konkret sollen die Anleihekäufe wie bereits beim Vorgängerprogramm SMP von den nationalen Notenbanken nach Vorgaben der EZB durchgeführt werden. "Die nationalen Notenbanken werden entsprechend des Kapitalschlüssels der EZB kaufen." Für die Bundesbank bedeutet dies, dass sie 27,1 Prozent des Gesamtvolumens schultern muss. Operativ entschieden wird jeden Tag vom für Marktoperationen zuständigen französischen EZB-Direktor Benoit Coeure. Europäischen Notenbankkreisen zufolge wird sich entgegen anderslautender Spekulationen auch die Bundesbank beteiligen und es nicht auf eine Kraftprobe mit der EZB ankommen lassen. Die Bundesbank wollte sich nicht dazu äußern.

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen