Wienwert-Anleihe: 7,75 Prozent Zinsen jährlich – ein Traum für (fast) jeden

Wienwert-Anleihe: 7,75 Prozent Zinsen jährlich – ein Traum für (fast) jeden

Der Wiener Immomarkt ist bekanntlich recht stabil, zumindest hat er sich in den Krisenjahren bewiesen. Die Preise und Mieten sind für Otto-Normalverbraucher nach den Anstiegen kaum mehr leistbar. Auch wenn Experten zuletzt immer häufiger vor einem Preisrückgang warnen, wer das nötige Kleingeld und eventuell ein wenig Immo-Wissen mitbringt, kann indirekt von der Krisenresistenz der Wiener Immobilien profitieren.

Und zwar über die neue Wienwert-Anleihe: Die fünfjährige sogenannte "Substanz Anleihe III" richtet sich an Anleger, die von der dynamischen Entwicklung des Wiener Immobilienmarktes profitieren möchten, ihr Kapital aber nur kurzfristig binden wollen, so heißt es im Prospekt.

Der Plan dahinter ist simpel: Mit dem Geld der Bondinvestoren sollen Immobilien gekauft und entwickelt werden. Und aus dem Erlös sollen die Zinsen bedient werden.

Etwas fundierter steht's wieder im Prospekt: "Das gezeichnete Kapital wird von der Wienwert Immobilien Finanz AG gegen grundbücherliche Sicherstellung eines unabhängigen Treuhänders, der die Anlegergelder verwaltet, in eigenständige Projektgesellschaften investiert. Diese Gesellschaften erwerben solide Immobilien mit hohem Wertsteigerungspotential und entwickeln diese gezielt. Die jährlichen Zinszahlungen sowie die Rückzahlung der Anleihe erfolgt aus den laufenden Mieteinnahmen sowie den Verkaufserlösen der Vorsorgewohnungen bzw. von Eigentumsanteilen." Zu Deutsch: Es existiert ein Treuhänder, der auch drauf schaut, dass das Geld der Bond-Investoren ausschließlich für die Immobilien ausgegeben wird und nicht anderen Zwecken zukommt.

Ein Hebel 1:3 machts möglich

Damit Wienwert einen für das aktuelle Umfeld unfassbar hohen Kupon von 7,75 Prozent jährlich zahlen kann, kommt freilich auch ein gewisser Hebel ins Spiel. Die Mittel, die von den Bondinvestoren eingenommen werden, werden nämlich mit einem "entsprechenden Fremdkapitalanteil optimiert". Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber dem FORMAT das Prinzip: Neben den eingesammelten Geldern von den Bondinvestoren werden zusätzlich Bankkredite aufgenommen. Diese Gelder werden dann für die Immobilienkäufe und die -entwicklung herangezogen. Das Verhältnis, so der Sprecher, liegt bei etwa 1:3. Hintergrund: Auf das eingenommene Viertel von der Anleihe werden zwar die hohen 7,75 Prozent Zinsen gezahlt. Auf die restlichen drei Viertel aus den Bankkrediten zahlt Wienwert laut eigenen Aussagen aber nur etwa 3,5 Prozent Zinsen. Womit sich die Zinslast für Wienwert auf etwa 4,5 Prozent verbilligt.

Wenn dann noch die erworbenen Immobilien an Wert gewinnen und die Erlöse (Mieten...) regelmäßig fließen, sollen sich die 7,75 Prozent für die Bondgläubiger finanzieren lassen. So weit so gut...

Aus dem Gesagten ergibt sich aber auch ganz klar die Zielgruppe für diesen Bond: Der Kleinanleger gehört freilich nicht dazu. Schließlich ist man ohnehin erst mit 100.000 Euro dabei und das Leverage-Prinzip und die 7,75 Prozent machen einfach deutlich, dass bei diesem Investment halt auch eine ordentliche Portion Risiko mitspielt. Also, alle institutionellen Investoren und Vermögenden Privaten bitte vortretten... hier die Details zum Bond:

Emittentin: Wienwert Immobilien Finanz AG
ISIN: AT0000A0XB13
Laufzeit: 5 Jahre
Nominale: 100 Euro
Mindestzeichnungssumme: 100.000 Euro
Verzinsung: 7,75 Prozent p.a., KESt.pflichtig
Emissionsvolumen: 3 Mio. €
Valutatag: 1.11.2012
Fälligkeit: 1.11.2017

Gestaffelter Ausgabekurs in der Nachzeichnungsfrist (01.11.2012 bis 30.10.2013):
Bis 30.11.2012: 100,65 Euro (100,65 Prozent)
Bis 31.12.2012: 101,29 Euro (101,29 Prozent)

Zahlstelle: Semper Constantia Privatbank AG

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

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