Wer folgt Ben Bernanke?

Wer folgt Ben Bernanke?

Seit Wochen schießen die Spekulationen über die Zukunft von US-Notenbankchef Ben Bernanke ins Kraut. Bei seinem Auftritt vor einem Kongress-Ausschuss am Mittwoch kann Bernanke für Klarheit sorgen, ob er - wie von einigen Fed-Beobachtern vermutet - einen Rückzug auf Raten plant.

Obwohl seine zweite Amtszeit regulär erst am 31. Januar 2014 endet, ließ seine Absage für das international beachtete Notenbankentreffen in Jackson Hole Ende August jedoch aufhorchen. Ein Hinweis auf Amtsmüdigkeit? Die Absage ist zumindest sehr ungewöhnlich: Seit einem Vierteljahrhundert gilt das "kleine Davos" im Bundesstaat Wyoming als absoluter Pflichttermin für jeden US-Zentralbankchef.

Sollte Bernanke nicht mehr antreten oder sich vorzeitig zurückziehen, stehen gleich mehrere potenzielle Nachfolger bereit. US-Präsident Barack Obama könnte erstmals in der hundertjährigen Geschichte der Notenbank eine Frau oder einen Afro-Amerikaner an die Spitze der Fed berufen. Ein Überblick:

Janet Yellen, Bernankes Stellvertreterin

Auf dem G7-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in England vertrat sie den Fed-Chef diesen Monat auf internationaler Ebene. Die auf dem "Familienfoto" des Gipfels dezent am Rand platzierte Frau mit dem schlohweißen Haar gilt als heiße Anwärterin auf den Spitzenposten in der Washingtoner Fed-Zentrale.

Die 66-Jährige ist eine ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin. Diese Kompetenz bedeutet ein echtes Pfund in der jetzigen Lage, in der die mit einem Auftrag zur Förderung der Vollbeschäftigung ausgestattete Notenbank nur langsam Fortschritte erzielt. Yellen gilt zudem als Anhängerin eines aggressiven Kurses zum Ankurbeln der Konjunktur, die Anfang des Jahres nur schleppend in Gang kam. Anders als stärker an Preiswertstabilität orientierte Geldpolitiker - sogenannte Falken - gehört die Ökonomin zum Lager der Tauben, das eher auf Konjunkturanreize setzt. Mit der Nominierung Yellens würde Obama somit ein Zeichen geben, dass die Notenbank noch stärker als bisher auf eine Politik des billigen Geldes setzt. Kritiker geben aber zu bedenken, dass dies an den Märkten Befürchtungen auslösen könnte, dass die Fed mit ihrer Geldschwemme höherer Inflation Vorschub leistet.

Bereits jetzt wird in dem über die Zinspolitik entscheidenden Offenmarkt-Ausschuss kontrovers über den geeigneten Zeitpunkt diskutiert: Wann sollen die monatlichen Wertpapierkäufe der Fed im Volumen von 85 Milliarden Dollar zurückgefahren oder ganz gestoppt werden? Yellen genießt als frühere Professorin an der Elite-Universität Berkeley hohes Ansehen und hat früher auch als Wirtschaftsberaterin des demokratischen Präsidenten Bill Clinton gearbeitet. Dass auch Obama Demokrat ist, dürfte Yellens Chancen auf die Nachfolge Bernankes zumindest nicht abträglich sein.

Roger Ferguson

Wie Yellen war auch der Afro-Amerikaner bereits Fed-Vize und zwar von 1999 bis 2006. Über den entsprechenden Stallgeruch für den Spitzenposten in der geldpolitischen Schaltzentrale der USA verfügt er also. Als Harvard-Absolvent ist der 61-Jährige auch fachlich über alle Zweifel erhaben, auch wenn er stärker als Bankenkenner denn als hochkarätiger Geldpolitik-Experte gilt. Derzeit ist er Chef des US-Fonds TIAA-CREF. Sollte sich Obama für Ferguson entscheiden, würde der Präsident damit Geschichte schreiben: Der Brillenträger mit dem schütteren Haar wäre der erste Afro-Amerikaner, der die Geldpolitik der wichtigsten Notenbank der Welt lenkt.

Lawrence Summers

Außenseiterchancen werden auch dem Spitzen-Ökonomen Lawrence ("Larry") Summers eingeräumt. Er hat bereits als Wirtschaftsberater Obamas gearbeitet und war unter Clinton Finanzminister. Der 59-Jährige legte an der Eliteuniversität Harvard eine Blitzkarriere hin, erhielt bereits als 28-Jähriger eine Voll-Professur und wurde später Universitätspräsident. Mit seiner aufbrausenden Art machte sich der brillante Wissenschaftler jedoch auch Feinde auf dem Campus und warf 2006 entnervt das Handtuch. Sein schwieriges Naturell könnte sich erneut als Stolperstein erweisen. Eine ruppige Führung schätzen die auf Kollegialität bedachten Notenbanker überhaupt nicht, wie Insider wissen lassen.

Donald Kohn

Als Nachfolger Bernankes käme auch der Fed-Veteran Donald Kohn in Frage, der nach 40 Jahren in der US-Notenbank 2010 in Ruhestand ging. Sollte ihn Obama zur Rückkehr bewegen, wäre er mit diesem Kandidaten auf der sicheren Seite: Fachlich genießt der 70-jährige Ökonom noch immer höchstes Ansehen.

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