Wer hat Angst vor einem Investment in Staatsanleihen ... ?

Wer hat Angst vor einem Investment in Staatsanleihen ... ?

Die rekordhohen Bestände von Staatsanleihen in den Portfolios portugiesischer und spanischer Banken dürften zu einer genaueren Untersuchung durch die EZB führen, da diese den Zusammenhang zwischen Staatsfinanzen und Kreditinstituten brechen will.

Die spanischen Banken halten fast achtmal so viele Staatsanleihen des Landes wie zu Beginn der Schuldenkrise 2008. Die größten börsennotierten Banken Portugals haben ihre Positionen im dritten Quartal um 6,2 Prozent ausgebaut. Italienische Banken halten rund 20 Prozent der vom Staat ausgegebenen Papiere.

Die Zunahme der Positionen inländischer Staatspapiere, angetrieben von mehr als einer Billion Euro an Dreijahrestendern der EZB für die Banken, hat zu einer Rally geführt, die die Renditen der Staatspapiere von ihren Rekordhochs seit Einführung des Euros gesenkt hat. Jetzt sorgt die anstehende Bankenbilanzprüfung der EZB für Befürchtungen, dass die Kreditinstitute Kapital für diese Investments vorhalten müssen.

“Ein bewusster Versuch der EZB, die Staatsanleihen-Banken-Verbindung zu kappen, setzt den Markt etwas mehr den Fundamentaldaten aus, wo die Banken die Nettoemissionen von Spanien und Italien aufgenommen haben”, sagte Harvinder Sian, leitender Zinsstratege bei Royal Bank of Scotland Group Plc in London. “Die Frage ist, ob Investoren im Ausland einspringen werden und wie der Übergang dazu aussehen wird. Wir denken, dass dies ein wichtiges Thema am Markt ist.”

Per September hielten spanische Banken 199 Mrd. Euro an spanischen Staatsanleihen, nahe dem Rekord von 203 Mrd. Euro im August. Im Jahr 2008 lagen die Positionen noch bei 25 Mrd. Euro, wie aus Daten des spanischen Finanzministeriums hervorgeht.

Banken in Portugal hatten Ende September die Rekordsumme von 34,3 Mrd. Euro an Staatsanleihen des Landes in ihren Büchern, wie EZB-Daten zeigen. Die drei größten börsennotierten Kreditinstitute des Landes bauten ihre Positionen von 16,2 Mrd. Euro Ende Juni auf 17,2 Mrd. Euro Ende des dritten Quartals aus, zeigen Pflichtmitteilungen der Banken.

Alle Anlageklassen werden berücksichtigt

Die EZB wird die Bücher von rund 124 Banken der Eurozone in einem dreistufigen Prozess prüfen, der in diesem Monat beginnt. Am 23. Oktober kündigte die Notenbank an, dass die Prüfer zunächst potenzielle Problemkredite identifizieren, Anfang 2014 die Bilanzen der Banken überprüfen und Stresstests durchführen würden, bevor die EZB in einem Jahr offiziell die Bankenaufsicht übernehme. Dabei würden “alle Anlageklassen, einschließlich notleidender Kredite, umgeschuldeter Kredite und Engagements bei Staaten, berücksichtigt”, erklärte die EZB damals.

Unbeantwortet ließ die Notenbank Fragen zu den Konditionen der Stresstests, beispielsweise wie viel Risiko den Positionen bei Staatsanleihen zugeschrieben werden solle. EZB-Präsident Mario Draghi sagte, die EZB werde nicht zögern, Banken durchfallen zu lassen.

Bei portugiesischen Banken hat die Ratingagentur Moody’s Investors Service zudem ein höheres Konzentrationsrisiko aufgrund des steigenden Engagements bei inländischen Staatsanleihen konstatiert.

“Das Hauptrisiko liegt unserer Einschätzung nach darin, wie europäische und inländische Aufsichtsbehörden die Risikogewichtung inländischer Staatsanleihen angehen werden, die derzeit noch eine Risikogewichtung von Null haben”, schrieb Moody’s in einer Erklärung. “Eine möglicherweise höhere Risikogewichtung dürfte sich auf die Solvenzquote der Banken auswirken.”

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

Anleihen

Die Deutsche Börse beteiligt sich an einem Dating-Portal für Anleihenhändler

Die Diskontairline Ryanair will eine Anleihe zur Finanzierung neuer Flugzeuge ausgeben.
#Ryanair
 

Anleihen

Ryanair nimmt Kurs auf die Börse: Anleihe zur Finanzierung neuer Jets

Deutschlands zweitgrößte Airline hat eine Anleihe aufgestockt, um die Schrumpfkur bezahlen zu können
#Air Berlin
 

Anleihen

Air Berlin holt sich 75 Millionen