Vergessen Sie Zypern, die Karibik ist pleite

Vergessen Sie Zypern, die Karibik ist pleite

"Wir erleben gerade die Geburt einer Region von Serien-Säumigen" – Die durchschnittliche Verschuldung eines karibischen Landes in Relation zur Größe der Volkswirtschaft liegt bei 70 Prozent – wobei Jamaika, Antigua & Barbuda und Grenada sogar oberhalb der Marke von 93 Prozent liegen. Tendenz stark steigend...

Die Umstrukturierungen dieses Jahres sind nicht weit genug gegangen, um den “nicht aufrechtzuerhaltenden” Mix aus Defiziten und Verschuldung in der Karibik zu beheben, urteilte auch Warren Smith, Chef der Caribbean Development Bank.

Allein Jamaika und Belize hatten dieses Jahr bereits zum zweiten Mal seit 2006 Restrukturierungen über rund 9,5 Mrd. Dollar durchgeführt. Es besteht laut Moody’s eine recht “hohe Wahrscheinlichkeit” dafür, dass sie ihren Verpflichtungen erneut nicht nachkommen werden können.
Moody’s rechnet unter den karibischen Inseln lediglich im Fall der Bahamas für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum oberhalb von 1,5 Prozent.
Doch ohne ein schnelleres Wachstum könnten wiederholte Zahlungsausfälle zur Normalität werden - weil es den Regierungen leichter fällt, ihre Anleihen nicht mehr zu bedienen statt die Ausgaben zu stutzen. Davor warnte Professor Arturo Porzecanski von der American University in Washington.

“Bei diesen Ländern ist ein zunehmender Widerwille zu beobachten, wenn es um die Bezahlung geht”, sagte Porzecanski. “Wir erleben gerade die Geburt einer Region von Serien-Säumigen.”

Die durchschnittliche Verschuldung eines karibischen Landes in Relation zur Größe der Volkswirtschaft liegt bei 70 Prozent - wobei Jamaika, Antigua & Barbuda und Grenada sogar oberhalb der Marke von 93 Prozent liegen, bei der Zypern zu einem Hilfspaket gezwungen war. Das zeigen Daten von Moody’s und Internationalem Währungsfonds (IWF). Im Fall von Jamaika war im vergangenen Jahr das Verhältnis von Verschuldung zu Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 140 Prozent nach oben geschnellt.

Wachstum dringend benötigt

“Um eine nachhaltige Senkung der Verschuldung in der Region über das nächste Jahrzehnt zu erreichen wäre eine Kombination aus aggressiver Haushaltskonsolidierung und einem Anstieg des Wachstums notwendig”, sagte Edward Al-Hussainy, Moody’s-Analyst für die Karibik. “Beide Ziele werden immer schwerer erreichbar.”

Investoren nutzen die höheren Renditen karibischer Anleihen im Moment aus und wetten darauf, dass sie die Papiere vor möglichen Zahlungsproblemen wieder verkaufen können. Das erklärte Carl Ross, Managing Director beim Broker Oppenheimer & Co. in Atlanta. So haben Anleihen aus Belize haben in diesem Jahr sogar einen Ertrag von rund 53 Prozent geschafft. Abgedeckt ist dabei jene Zeit, in der sich das karibische Land aus seinem letzten Zahlungsausfall herausbewegt hat - nachdem es vergangenen Jahr 23 Mio. Dollar an Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen war.

Selbst nach der Restrukturierung liegt die Rendite von Bonds aus Belize bei 9,7 Prozent. Das ist der dritthöchste Wert unter den 58 Schwellenländern, die vom JPMorgan EMBIG Index abgedeckt werden. Bei Jamaika sind es 8,3 Prozent. Die Bonds-Rally bei karibischen Anleihen ist “mehr eine Art Glückstreffer”, meinte Ross. “Sie entspricht nicht einmal im Ansatz den Fundamentaldaten.”

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