Tschechien und das Rezessionsproblem

Selbst ein deutlich unterhalb der Eurozone liegender Leitzinssatz hat Tschechien bislang nicht aus der Rezession geholfen.

Tschechien und das Rezessionsproblem

Die tschechische Zentralbank muss sich angesichts der eingefrorenen Kreditmärkte andere Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft ausdenken.

Die Wirtschaftsleistung in Tschechien hat sich ungeachtet des rekordniedrigen Leitzinses von 0,25 Prozent weiter abgeschwächt. Die Ceska Narodni Banka wird ihren Leitzins auf der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung am 1. November unverändert lassen, wie 15 von 20 durch Bloomberg befragte Analysten derzeit prognostizieren. Der EZB-Leitzins der Eurozone beträgt derzeit 0,75 Prozent.

“Der tschechischen Wirtschaft dürstet geradezu nach geldpolitischer Lockerung. Weil der Leitzins bereits nahe Null gedrückt wurde, muss die Zentralbank andere Methoden anwenden”, sagte Analyst Lars Christensen von der Danske Bank A/S in Kopenhagen. Besonders naheliegend und einfach wäre in der derzeitigen Lage die Nutzung des Fremdwährungskanals, sagte er.

Rezession

Die Wirtschaft in der Tschechischen Republik ist in den vergangenen drei Quartalen geschrumpft und leidet vor allem unter der schwachen Binnennachfrage. Zuvor hatte die Regierung in Prag die Staatsausgaben gekürzt und Steuern angehoben, um die Staatsverschuldung zu reduzieren. Der Zentralbankrat hat sich überdies bereits prinzipiell über eine Abschwächung der Landeswährung Krone als weitere geldpolitische Maßnahme verständigt, wie Notenbankpräsident Miroslav Singer am 27. September erklärte.

Das Exportwachstum von Tschechien fiel im zweiten Quartal auf den niedrigsten Wert seit dem Jahresende 2009. Die Wirtschaft in Tschechien erzielt bis zu zwei Drittel des Umsatzes mit Ausfuhren, wobei 80 Prozent des Exports in die Europäische Union gehen.